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Hertie schließt mitte August seine Kaufhäuser.

Hertie im Endspurt

London - Die kommenden zwei Samstage sollen vielerorts die letzten Verkaustage der Hertie-Filialen sein, weiß dpa. Danach werden sie geschlossen, weil sie Mitte Oktober geräumt sein müssen.

Bei der insolventen Warenhauskette Hertie gehen nach dpa-Informationen bis Mitte August die Lichter aus. Die beiden kommenden Samstage seien vielerorts letzter Verkaufstag, sagte der Sprecher des niederländischen Immobilien-Eigentümers Mercatoria Acquisitions BV (MABV), Christopher Hancock, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa in London. Herties Insolvenzverwalter Biner Bähr wolle die Häuser bis Mitte Oktober geräumt zurückgeben. Dann könnten neue Mieter einziehen. Sie würden etwa das 15-fache der Hertie-Mieten zahlen.

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Herties Gläubiger verkündeten das Aus, nachdem sich Bähr und MABV nicht über die Miethöhe einigen konnten. Jeweils etwa die Hälfte der 54 verbliebenen Hertie-Filialen solle am nächsten und übernächsten Samstag geschlossen werden, sagte Hancock. In den Häusern in Nettetal und Wesseling (Nordrhein- Westfalen) sei der letzte Verkaufstag bereits am vergangenen Samstag gewesen. Am Montag sei der Eigentümer “nach wochenlangem Schweigen“ informiert worden. Herties Insolvenzverwalter wolle einen Teil der gemieteten Häuser Ende September, den Rest Mitte Oktober räumen. Hancock kritisierte die zweimonatige Übergangsfrist als “übermäßig lang“.

Neue Mieter wollten wegen des Weihnachtsgeschäfts so schnell wie möglich in die Räume. Neue Unternehmen würden mehr Miete zahlen und mehr Arbeitskräfte beschäftigen als Hertie, sagte Hancocks. Das Haus in Köln-Chorweiler sei an Hertie für 650 000 Euro pro Jahr vermietet worden. Mehr als 9,5 Millionen Euro pro Jahr würden die drei neuen Mieter zahlen - Saturn, C&A und die britische Designer-Bekleidungskette TK Maxx. In der Dortmunder Filiale wolle Kaufland bis kommendes Jahr 100 Jobs schaffen. Hertie habe dort 35 Mitarbeiter gehabt.

Alle Hertie-Filialen in Schleswig-Holstein hätten längst einen neuen Besitzer haben können, sagte Hancock weiter. Er habe vor sieben Monaten einem Mietvertrag mit dem Unternehmen Hansekontor zugestimmt, das aber die Marke Hertie mit anderem Konzept weiterführen wollte. Dem habe der Insolvenzverwalter bis heute nicht zugestimmt. Hertie gehörte zuvor der inzwischen insolventen Investorengruppe Dawnay Day. Der Besitz wurde vor der Insolvenz dem niederländischen Partner MABV übertragen. MABV gehört hauptsächlich sieben Privatpersonen, die früher mit Dawnay Day Geschäfte gemacht haben.

dpa

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