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Hertie ist wohl nicht mehr zu retten. Nächste Woche wir ein Sozialplan verhandelt.

Hertie verhandelt nächste Woche den Sozialplan

Essen/Köln - Beim Hertie-Konzern beginnen in der kommenden Woche die Verhandlungen über Interessensausgleiche und einen Sozialplan.

“Die Verhandlungen zwischen Insolvenzverwalter und Gesamtbetriebsrat sollen am Dienstag und Mittwoch stattfinden“, sagte Betriebsratschef Bernd Horn am Freitag in Köln. Gleichzeitig wollen am Dienstag Bürgermeister der von Schließung bedrohten Hertie- Standorte mit der Deutschen Bank in Frankfurt sprechen.

“Die Bank spielt eine Schlüsselrolle als Grundpfandrechtsgläubiger bei den Immobilien“, sagte Horn. Ab 15. Juni will der Betriebsrat darüber hinaus eine bundesweite Aktionswoche in allen Kaufhäusern starten. Vier Jahre nach der Abspaltung vom früheren KarstadtQuelle-Konzern stehen 54 Hertie-Häuser vor dem Aus. Die Gläubigerversammlung der insolventen Warenhauskette hatte am 20. Mai auf Empfehlung des Insolvenzverwalters die Einstellung des Geschäftsbetriebs empfohlen. Betroffen sind rund 2600 Mitarbeiter. Die Warenhäuser sollen voraussichtlich bereits im Sommer geschlossen werden. Der Insolvenzverwalter kann aber noch durchaus nach weiteren Rettungsmöglichkeiten suchen.

Die Bürgermeister wollen in Frankfurt versuchen, die Deutsche Bank zu einer Vermittlerrolle zu bewegen, sagte Horn. Sie könnte bei den Eigentümern der Immobilien versuchen, günstigere Mieten auszuhandeln. Die Bank verwies allerdings darauf, dass sie kein Kreditgeber der Hertie-Immobilien sei und in diesem Zusammenhang keinerlei eigene wirtschaftliche Interessen verfolge. “In ihrer Eigenschaft als Verwalter des Kredits für Investoren hat die Bank sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für eine konstruktive Lösung eingesetzt“, sagte eine Sprecherin.

Insolvenzverwalter Biner Bähr hatte seinen Antrag auf Schließung damit begründet, dass er keine Chance mehr auf eine Einigung mit den Hertie-Eigentümern über langfristige Mietverträge sehe. Die Eigentümer seien daran interessiert, die Häuser leer zu bekommen, weil sie der Meinung seien, dass die Immobilien ohne den Mieter Hertie besser zu verkaufen seien, sagte Bähr. Kurz vor der Gläubigerversammlung hatte eine Investorengruppe ihr Angebot zur Sanierung des Unternehmens zurückgezogen. Sie begründeten das mit aus ihrer Sicht unbefriedigenden Mietvertragsangeboten der britischen Hertie-Eigentümer. Die Investoren hatten zuvor angekündigt, mit Investitionen eines “höheren Millionen-Euro-Betrags“ die 54 Warenhaus-Standorte und die 2600 Arbeitsplätze erhalten zu wollen.

dpa

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