Herzstück: ProSieben: Saban gegen Abtrennung

- München/Berlin - Im Krimi um die Zukunft des Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1 ist die Spannung wieder gestiegen. Angesichts der Probleme mit dem Kartellamt ist es nach Einschätzung von Branchenkennern wahrscheinlicher geworden, dass der geplante Verkauf an den Axel-Springer-Konzern nicht zustande kommt und eine Investorengruppe um den bisherigen Eigentümer Haim Saban im Boot bleibt. "Dann würde alles wieder auf null gesetzt", hieß es.

Offenbar ist Saban nicht bereit, das Herzstück ProSieben aus seinem Konzern herauszulösen, um den Wettbewerbshütern entgegenzukommen. Der Springer-Konzern wollte sich nicht dazu äußern. Auch ProSiebenSat.1 lehnte einen Kommentar ab. "Spekulationen kommentieren wir nicht." Gespräche zwischen Springer und der Investorengruppe um den Amerikaner Haim Saban soll es in den nächsten Tagen geben, verlautete aus der Branche.

Das Kartellamt hatte den Verkauf des Senders ProSieben vor der Übernahme des TV-Konzerns ProSiebenSat.1 durch Springer zur Bedingung gemacht. Springer hatte sich zu diesem Schritt bereit erklärt und damit in der Medienbranche für Aufregung gesorgt: Zahlreiche Investoren meldeten ihr Interesse an dem Kanal an, der zu den größten und profitabelsten in Deutschland gehört.

Auch der Pay-TV-Sender Premiere könnte sich ein Engagement bei ProSieben vorstellen, um damit die angestrebte Kombination aus Bezahl- und Gratis-TV zu realisieren. Premiere-Chef Georg Kofler erklärte: "Bei vernünftigen Konditionen könnte ich mir das durchaus vorstellen." Allerdings ist unklar, ob Saban zur Herauslösung von ProSieben bereit ist oder seinen Konzern lieber später als Ganzes verkaufen würde. Spekulationen um Haim Saban und eine Investorengruppe.

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