Heuschrecke schluckt Käptn Iglo und Spinat

- München - Die bekannte deutsche Tiefkühlkostmarke Iglo landet beim englischen Finanzinvestor Permira. Der Konsumgüterriese Unilever verkauft sein europäisches Tiefkühlgeschäft nach eigenen Angaben für 1,725 Milliarden Euro an den Investor. Zum Sortiment von Iglo gehören unter anderem die Fischstäbchen von Käptn Iglo, der Spinat "mit dem Blubb" und Schlemmerfilets. Vom Verkauf sind 1500 Mitarbeiter in Nord- und Westdeutschland betroffen, wobei nichts über einen Stellenabbau bekannt wurde.

Unilever trennt sich von der Sparte mit der kühlen Kost, obwohl sie in den vergangenen Jahren profitabel war. Sie hatte eine stabile Umsatzrendite von 12 Prozent gebracht, ohne allerdings zu wachsen; bei Tiefkühlkost dominieren Handelsmarken der Discounter den Wettbewerb. "Wir haben die Entscheidung getroffen, unser Portfolio auf andere Prioritäten zu fokussieren", erklärte Unilever-Chef Patrick Cescau.

Das sind 400 Kernmarken, zu denen etwa Langnese-Produkte, Knorr-Suppen, die Margarinemarken Rama und Becel sowie außerhalb der Lebensmittelregale die Pflegeprodukte Dove und Axe gehören. "Es gibt selten die Gelegenheit, eine solche etablierte und starke Marke zu erwerben", sagte Thomas Krenz, Mitglied der Permira-Geschäftsführung. Es gebe ein "großes Entwicklungspotenzial" der Marken und ihrer Produkte. In weiteren Gesprächen mit der derzeitigen Geschäftsleitung will Permira die organisatorischen Strukturen überprüfen. "Es geht aber nicht um Restrukturierung, sondern eine Bestandsaufnahme", betonte Krenz. Er verwies darauf, dass ein profitables Geschäft übernommen wurde, dass mehr wachstum generieren könne.

Der Finanzinvestor will sich wegen der positiven Aussichten mehrjährig engagieren. Permira ist bereits beim Münchner Optikkonzern Rodenstock, beim Mobilfunkunternehmen Debitel und beim TV-Sender Premiere engagiert. Der Transaktion, die bis Ende des Jahres über die Bühne gehen soll, müssen noch die Kartellbehörden zustimmen. Kommt es dazu, beträgt der Buchgewinn laut Unilever eine Milliarde Euro; der Umsatz der Sparte belief sich zuletzt auf 1,2 Milliarden Euro im Jahr.

Dabei ist Iglo ist nicht die erste Marke, von der sich der Markenriese trennt: In den vergangenen Jahren hatte Unilever mit der Kette Nordsee oder den Marken Livio, Palmin und Biskin mehrere Töchter verkauft, die den Renditezielen des Konzerns nicht entsprachen.

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