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Hexal lässt sich Übernahme durch Novartis großzügig bezahlen

- Holzkirchen - Nachahmer-Medikamente gelten als lukrativer Wachstumsmarkt und das Unternehmen Hexal aus Holzkirchen (Landkreis Miesbach) als einer der Großen darin. Der Schweizer Pharmakonzern Novartis lässt sich nun die Übernahme von Hexal eine Milliardensumme kosten.

<P>Die Baseler Novartis übernimmt die Holzkirchner Hexal sowie mehrheitlich deren US-Partner Eon Labs und steigt damit zum Weltmarktführer bei Nachahmer-Medikamenten - so genannten Generika - auf. Den spektakulären Doppelschlag lassen sich die Schweizer 5,65 Milliarden Euro in bar kosten, wie Novartis und Hexal in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten. "Wir haben alle Optionen - Börsengang, Fusion und Verkauf - geprüft und uns für diese Option entschieden", kommentierte Hexal-Eigner Thomas Strüngmann. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Andreas hat der 55-Jährige Hexal 1986 gegründet und die in Holzkirchen vor den Toren München residierende Firma mit ihm gemeinsam geführt.<BR><BR>Nach Ratiopharm ist Hexal hierzulande die Nummer zwei bei Generika. Das sind preisgünstige und sehr wachstumsstarke Nachahmerprodukte für Originalarzneien, deren Patentschutz ausgelaufen ist. Generika decken heute die Hälfte des deutschen Arzneimarkts ab. Für die Strüngmanns gilt der Verkauf als ausgezeichnetes Geschäft. "Das ist kein fairer Preis", meinte Nils Becker, Analyst der WestLB. Novartis zahle das Dreifache des Umsatzes der übernommenen Firmen und damit rund ein Drittel mehr als üblich. Andere Börsianer verweisen auf den großen strategischen Wert des Zukaufs. Das hat die Novartis-Aktie zunächst auch um gut zwei Prozent auf rund 58,5 Euro steigen lassen.<BR><BR>Ob auch die rund 7300 Hexal-Mitarbeiter - davon arbeiten 3000 Frauen und Männer hier zu Lande - zu den Gewinnern zählen, ist noch offen. Die Übernahmen werden binnen drei Jahren zu Kosteneinsparungen von 150 Millionen Euro und Personalabbau führen, der durch zu erwartendes Wachstum nur teilweise kompensiert werden könne, teilten die Schweizer mit. Konkret wurden die Abbaupläne nicht. Hexal werde nur verkauft, wenn das die Arbeitsplätze sichert, hatte Thomas Strüngmann vor kurzem noch beteuert. Für die deutschen Standorte Holzkirchen und Magdeburg sieht er für das Personal auch jetzt eine "beruhigende Perspektive".<BR><BR>Die beiden Strüngmann-Brüder selbst werden ins Management von Sandoz übernommen. Das ist die Generika-Tochter von Novartis. Auch Hexal und deren strategischer US-Partner Eon Labs werden in Sandoz integriert, die mit einem globalen Umsatz von dann knapp vier Milliarden Euro vor dem israelischen Teva-Konzern zur neuen Nummer eins der Generikabranche weltweit aufsteigt. Zumindest am deutschen Markt soll der Markenname Hexal erhalten bleiben. Auch die US-Firma, die ihrerseits Generika herstellt, war bislang zu zwei Dritteln im Besitz der Strüngmann-Brüder. Für die restlichen Aktien von Eon Labs machen die Schweizer ein Kaufangebot, das weitere 800 Millionen Euro kosten dürfte. Vor allem in Deutschland, dem zweitgrößten Generikamarkt weltweit, waren die Schweizer bislang kaum präsent. Hierzulande und in den USA dominieren sie nun die Branche. </P>

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