Hier ist alles Gold, was glänzt - oder zumindest Silber

- Karlsfeld - Prägen ist nicht zwangsläufig eine runde Sache. Wenn's gewünscht wird, dann wird auch mal eine Münze in Form einer Deutschland-Karte hergestellt. Das gehört zur Kundenpflege bei B.H. Mayer's Kunstprägeanstalt/Münz-Prägstatt München. Und es ist Teil des Erfolgsrezepts. Das Unternehmen in Karlsfeld ist Europas größte private Prägeanstalt.

<P>Genauer gesagt sind es zwei Unternehmen, "die unter ein Dach gelegt worden sind", wie Vertriebsleiter Dirk Schmitz (34) erklärt. B.H. Mayer's Kunstprägeanstalt ist seit mehr als 130 Jahren in der Branche, das Traditionshaus aus Pforzheim und die einst in Allach ansässige und 100 Jahre jüngere Münz-Prägstatt München sind seit Januar 2000 eins.</P><P>In dem hoch modernen Gebäude im Karlsfelder Gewerbegebiet ist tatsächlich alles Gold, was glänzt. Oder zumindest Silber. Sammlermünzen und Gedenkmedaillen werden geprägt, aber auch Irland-Euros anlässlich der Special-Olympics in Dublin. Die irische Landesbank ist Stammkunde der Karlsfelder Prägeanstalt, ebenso die Landesbanken von Marokko, Nepal, der Malediven und der Mongolei und auch die durchs Werbefernsehen bekannte Göde GmbH. Der ehemalige österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky ließ schon in Karlsfeld prägen, und das Königshaus Bhutan bestellte eine Feingoldmünze mit königlichem Wappen. Kunden sind obendrein Städte und Gemeinden und Unternehmen wie Bayer Leverkusen.</P><P>Und Großhändler, viele davon sind in Asien tätig. Mitte der 90er Jahre öffneten sich in China enorme Märkte, wovon die Karlsfelder Prägeanstalt profitierte. "Wir haben uns in den vergangenen fünf Jahren stark international ausgerichtet", sagt Unternehmenschef Alex Wegner (32), eine Entscheidung, die sich positiv aufs Betriebsergebnis ausgewirkt hat.</P><P>Von einer Goldgrube zu sprechen, wäre übertrieben. Wegner belässt es dabei, die aktuelle Lage als "sehr zufrieden stellend" zu bezeichnen. Umsatzzahlen als Beleg heranzuziehen, macht wenig Sinn in einem Werk, in dem schon der Rohstoff echte Wertsache ist und 10 000 Euro pro Kilo kostet. Eher schon die Auftragslage. Und B.H. Mayer's Kunstprägeanstalt hat gut zu tun. Rund drei Millionen Prägungen mit Tausenden verschiedenen Motiven waren es im vergangenen Jahr, manche in automatischen Maschinen, viele aber noch per Hand.</P><P>75 feste Mitarbeiter hat Alex Wegner unter sich. In der Fertigung wird im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet. Pures Gold wird da in die Prägemaschinen gelegt. Aus Sicherheitsgründen wird edles Material aber praktisch nicht im Gebäude gelagert. Was reinkommt, wird noch am selben Tag verarbeitet. </P><P>Und zuvor aufs Gramm abgewogen. Wer also an der Prägemaschine steht, kann sich nicht unbemerkt die Taschen füllen. Aber auf seine Belegschaft sei ohnehin Verlass, versichert der Chef. Wegner: "Ohne Vertrauen geht's nicht."<BR></P>

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