High-Tech-Handys brauchen Virenschutz

Mini-Computer: - Handys sind schon lange nicht mehr nur zum Telefonieren da. Mobiltelefone werden immer mehr zu technologisch hochwertigen Mini-Computern und rücken dadurch ins Visier von Viren und andere Schädlingen.

Schöne neue Handy-Welt - heute kann jeder mit Hochgeschwindigkeit mobil surfen, E-Mails schreiben, Kinokarten bestellen und per Telefon bezahlen. Viele der bisher am Computer erledigten Dinge lassen sich auch mit dem Mobiltelefon machen. Doch je mehr Funktionen Handys mitbringen, desto anfälliger werden sie für Angriffe von Viren und Trojanern.

Vergleichbar mit dem, was Viren auf PCs anrichten, ist das Werk der Handy-Schädlinge noch nicht: "Da gibt es auch viel Panikmache", sagt Christoph Hardy, Sprecher von Sophos, einem Unternehmen, das Sicherheitssoftware entwickelt. Wer ein normales Handy besitzt und damit vor allem telefoniert, habe momentan kaum etwas zu befürchten. Handy-Viren betreffen laut Hardy vor allem Smartphones, also Handys, die mit den Betriebssystemen Symbian oder Windows mobile arbeiten. Diese Betriebssysteme machen das Handy zu einer Art kleinem PC - inklusive Internetzugang und E-Mail. Solche Handys haben im Vergleich zum PC jedoch nur eine geringe Verbreitung, sodass sich der Aufwand für eine Hacker-Attacke noch nicht lohnen würde.

"Es gibt keine aktuelle Bedrohung", sagt Matthias Gärtner vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn. Das könnte sich allerdings bald ändern - die Zahl der Smartphones steigt, und auch die Nutzung des mobilen Internets wird mit der Verbreitung von UMTS-Geräten und sinkenden Gebühren zunehmen. Dabei dürften besonders die im beruflichen Umfeld hin und her geschickten Daten für Hacker interessant sein, ebenso neue mobile Bezahlservices, durch deren Manipulation sich womöglich Geld abzweigen lässt.

Generell raten Experten: Virenschutz fürs Handy zulegen, auch wenn keine wichtigen Daten versendet werden.

Gesammelte Daten wie zum Beispiel Kontaktlisten auch auf einem anderen Datenträger sichern.

Keine Mail-Anhänge öffnen, wenn man den Absender nicht kennt oder keinen Anhang erwartet.

Nicht auf Nachrichten eingehen, in denen aufgefordert wird, irgendetwas anzuklicken oder irgendwo anzurufen.

Unerwünschte Werbebotschaften (sogenannte SMS-Spam) dem eigenen Provider mitteilen, damit der dann gegen den Versender vorgeht.

Die Bluetooth-Funktion auf den Modus "unsichtbar" oder "verborgen" einstellen. Denn Hacker könnten ohne Kenntnis des Handy-Besitzers eine Bluetooth-Verbindung zum Handy aufbauen und zum Beispiel eine Internetverbindung herstellen.

Unerwartete Aufforderungen zur Installation von Programmen ablehnen.

Software nur aus vertrauenswürdigen Quellen installieren.

Immer skeptisch sein, lautet die wichtigste Grundregel.

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