Arbeitsmarkt

Hilfe beim Berufsstart für türkische Jugendliche

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München – Jugendliche mit türkischen Wurzeln finden in Bayern häufiger als andere keine Lehrstelle. Das soll sich künftig ändern – mit Hilfe einer bayerisch-türkischen Kooperation.

Rund 370.000 türkischstämmige Menschen leben in Bayern – knapp drei Prozent der Bevölkerung. Viele seit Generationen. Dennoch haben es Jugendliche mit türkischen Wurzeln oft schwer auf dem Arbeitsmarkt.

„Wir wollen türkischen Jugendlichen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern und ihnen gleichwertige Ausbildungs- und Karrierechancen ermöglichen“, sagt Klaus Beier, stellvertretender Vorsitzender der Regionaldirektion Bayern, in München. Neben ihm sitzt Kadir Hidayet Eris, türkischer Generalkonsul, und unterzeichnet den Kooperationsvertrag. „Türkische Jugendliche haben viele Defizite bei der Berufsausbildung“, sagt er. Das zeigen auch die Zahlen des Bundesagentur für Arbeit. Danach haben bei einer Gruppe von Migranten bis zu fünfmal mehr Menschen keinen Schulabschluss als bei einer vergleichbaren Gruppe ohne Migrationshintergrund. Zahlen nur für türkischstämmige Migranten gibt es nicht. Die Arbeitslosenquote in Bayern lag im Dezember bei 3,7 Prozent – die Quote bei den Ausländern war mit 8,7 Prozent mehr als doppelt so hoch.

Das Risiko für Türkischstämmige in Bayern arbeitslos zu werden, liegt laut Beier über dem Durchschnitt – und zwar aus unterschiedlichen Gründen. Manchmal seien die Deutschkenntnisse nicht ausreichend, oft konzentrieren sich Jugendliche auf tradierte Arbeitsfelder und in einigen Fällen verhindere ein traditionelles Rollenbild die Förderung von Jungen und Mädchen in gleichem Maße. Das Konsulat und die Regionaldirektion Bayern wollen deshalb die Zusammenarbeit zwischen Berufsberatung, Schule und Elternhaus stärken. „Vor allem die Ausbildung junger Mädchen braucht Unterstützung“, sagt Beier.

Mentoren sollen Eltern und Jugendliche über die Möglichkeiten der dualen Ausbildung und die mehr als 350 Ausbildungsberufe in Deutschland informieren. Vereine, türkische Verbände und Institutionen sollen eingebunden werden, um Kontakt zur Berufsberatung und den zuständigen Jobcentern aufzubauen. Informations-Veranstaltungen mit Arbeitgebern, Wirtschaftsverbänden und Kammern sind geplant.

„Wir müssen auch den deutschen Arbeitgebern klar machen, dass türkische Bewerber in ihr Profil passen“, betont Beier. Immer wieder werden Bewerber mit Migrationshintergrund gegenüber deutschen benachteiligt. Auch das soll sich ändern.

Beier und Eris rechnen sich gute Chancen für den Erfolg des Projektes aus. „Der wachsende Fachkräftebedarf aufgrund der demographischen Entwicklung eröffnet große Chancen für junge Menschen“, sagt Beier. Zum Start ins Ausbildungsjahr (Ende September 2013) blieben zuletzt gut 9000 Lehrstellen in Bayern unbesetzt. Jetzt müssen nur noch geeignete türkische Bewerber und offene Stellen zusammengebracht werden.

Manuela Dollinger

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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