Hinter den Drohkulissen: Ist bei Opel die Einigung bereits in Sicht?

- Rüsselsheim - Der General-Motors-Konzern will laut einem Bericht des "Spiegel" bei seinen europäischen Marken Opel, Saab und Vauxhall noch mehr Arbeitsplätze streichen als bislang bekannt. Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, sieht der Sanierungsplan, den der Konzern am Donnerstag kommender Woche vorstellen will, die Einsparung von insgesamt 12 000 Jobs vor. Zuletzt war in Zeitungsberichten von mehr als 10 000 Arbeitsplätzen die Rede gewesen.

<P>Ob das Werk in Rüsselsheim oder die Saab-Fabrik in Trollhättan geschlossen werde, sei allerdings noch nicht entschieden, hieß es. Die Arbeitnehmervertreter bei Opel reagierten unterdessen mit Unmut auf die öffentliche Diskussion über die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Opelwerke. "Ich halte es für verrückt, dass sie Negativ-Nachrichten streuen", sagte der Betriebsratschef im Opel-Werk Kaiserslautern, Alfred Klingel, dem "Focus". Auch der Vorsitzende des Opel-Gesamtbetriebsrates, Klaus Franz, hatte zuvor Kritik geübt. Die vom GM-Vorstand öffentlich geäußerten Zweifel am Stammwerk in Rüsselsheim ließen viele Opel-Kunden an der Qualität der Fahrzeuge zweifeln, erklärte er.<BR><BR>Laut "Focus" wollen die Arbeitnehmervertreter auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung die verantwortlichen Manager mit den Meldungen über Jobabbau und Werksschließungen konfrontieren. Erwartet werden demnach GM-Entwicklungschef Bob Lutz, Europa-Chef Fritz Henderson und dessen Vize Carl-Peter Forster. Am Dienstag sollen dem Blatt zufolge Opel-Geschäftsführung und Betriebsrat ihre Verhandlungen über die Zukunft der deutschen Standorte fortsetzen.<BR><BR>Wie das Nachrichtenmagazin weiter berichtete, sind sich die Parteien dabei "näher, als es die verbalen Rundumschläge beider Seiten vermuten ließen". So schließe das Management einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus. Allerdings biete Opel-Chef Hans Demant diese Zusage den Standorten Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach nur mit verschiedenen Laufzeiten 2008 bis 2012 an, hieß es weiter. Die Betriebsräte verlangten aber einheitliche Zusagen für alle Standorte bis mindestens 2010.<BR><BR>Sollte diese Verhandlungshürde fallen, wollen die Arbeitnehmervertreter dem Management laut "Focus" bei Arbeitszeiten, Löhnen und übertariflichen Zahlungen entgegenkommen. Für das ausgelastete Astra- und Zafira-Werk Bochum biete Hahn etwa ein "Korridormodell" an, bei dem die Mitarbeiter bei guter Auftragslage zunächst unentgeltlich länger arbeiten und die Zeit später "abbummeln" könnten. Zudem seien die Arbeitnehmervertreter einzelner Werke zu Abstrichen beim Weihnachtsgeld bereit, hieß es, oder könnten sich möglicherweise vorstellen, dass tarifvertraglich vereinbarte Lohnsteigerungen nur teilweise an die Beschäftigten ausgezahlt werden.<BR></P><P> </P>

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