Vor und hinter der Druckmaschine Meister für kreative Lösungen

- Oberschleißheim - Kreativ und frei von lästiger Routine, mit Hilfe von Hightech die eigenen Ideen verwirklichen - so stellen sich viele Schulabgänger ihren Traumjob vor. "Mediengestalter für Digital- und Printmedien" klingt da schon vielversprechend. Über 1500 gemeldete Bewerber für 221 Ausbildungsstellen in Bayern sprechen eine deutlich Sprache. "Dass man auch rechnen können muss, wissen die Wenigsten", erzählt Thomas Flessa, Personalleiter der Schreiner Group in Oberschleißheim.

<P>Das Familienunternehmen mit 450 Mitarbeitern produziert hochwertige Industrie-Etiketten - TÜV-Plaketten oder selbstklebende Multifunkionsteile für die Pharmaindustrie. Oliver Großmann lernt bei Schreiner den Beruf des Mediengestalters, Fachrichtung Mediendesign, und ist absolut zufrieden mit seiner Berufswahl. In der Druckvorstufe bereitet er die Dateien vor, aus denen die Vorlagen und schließlich das Endprodukt entstehen.</P><P>Das Entwerfen von Aufklebern gehört nur selten zu seinen Aufgaben - eher die Umsetzung konkreter Kundenwünsche bis hin zum Nachbauen bereits vorhandener Logos. Dafür lernt der 21-Jährige aus Starnberg die Grundlagen seines Gewerbes von der Pike auf. Farblehre, Bildbearbeitung, Schrifttypen, Gestaltungsgrundsätze und der Umgang mit der entsprechenden Software gehören zu den Ausbildungsinhalten. Für Oliver Großmann der perfekte Einstieg ins grafische Gewerbe. "Ich habe schon immer Flyer entworfen", erzählt der Azubi. Nach der dreijährigen Ausbildung möchte er Kommunikationsdesign studieren.</P><P>Kein Problem für Oliver Großmann, er hat Abitur. Diesen Abschluss verlangt die Firma Schreiner von allen zukünftigen Mediengestaltern. Bei Siebdruckern muss es in der Regel die Mittlere Reife sein. "Wir haben hohe Anforderungen an unsere Azubis", sagt Flessa. Den 24 Lehrlingen in sieben Berufen wird im Gegenzug eine hochwertige Ausbildung geboten. Der Gewinn des Top-Job-Preises für Personalentwicklung im Jahr 2001 belegt das. "Wir verstehen Ausbildung als Trainee-Programm", erläutert Flessa. In regelmäßigen Gesprächen mit Ausbildern und Vorgesetzten erhalten die jungen Leute eine genaue Rückmeldung über ihre Arbeit.</P><P>Die Azubis können sich auch mit ihren Ideen einbringen - in der Druckerei zum Beispiel bei den alle zwei Wochen stattfindenden Besprechungen. Die Angestellten und Lehrlinge werden über Probleme und neue Aufträge auf dem Laufenden gehalten. Gleichzeitig ist ihre Meinung gefragt. "Wir behandeln die Azubis als vollwertige Mitarbeiter", erzählt Stephan Pramps, Leiter der Druckereiabteilung. Gerade bei einer so weit gefächerten Palette von komplexen Produkten wie bei der Schreiner Group ist das absolut notwendig. "Wir machen alles, wo andere Firmen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen."</P><P>Ein Etikett für die Pharmaindustrie mit 13 Farben und komplexen Stanzungen verlangt den Mitarbeitern schon einiges ab. Genau das ist es, was dem Siebdruck-Azubi Thorsten Stemate aus Lohhof so an dem Job gefällt. "Wenn's Material läuft, kann's immer kleine Probleme geben", erzählt der 17-Jährige. Das Spannende ist dann, die richtige Lösung zu finden. "Die Arbeit ist immer abwechslungsreich", bestätigt sein Kollege Toni Galler. Die beiden haben ihren Wunschberuf im grafischen Gewerbe gefunden, auch wenn sie nicht am Computer bunte Bilder entwerfen.<BR></P>

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