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Wie hell ist die Energiesparlampe und wie lange leuchtet sie? Diese Informationen müssen die Hersteller künftig auf die Verpackung drucken. Foto: dpa

Was hinter den neuen Kennzeichen für Lampen steckt

München - Lumenwert, Lichtfarbe und Anlaufzeit: Ab 1. September müssen die Hersteller von Energiesparlampen wichtige Informationen für die Verbraucher auf die Verpackungen drucken. Zugleich verschwindet nach der 100-Watt-Glühbirne nun auch die 75-Watt-Lampe aus den Geschäften.

„Die Verbraucher müssen sich umstellen, weil die Auswahl bei den Energiesparlampen weit größer ist als bei den Glühbirnen“, sagt Alfred Wacker, Vorsitzender des Arbeitskreises Licht und Gesundheit beim Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). Für jeden Raum gebe es eine passende Lampe, so Wacker.

Doch was steckt hinter den neuen Kennzeichen? Der Lumenwert (lm) gibt die Helligkeit der Lampe an. Je höher der Wert, desto heller ist das Licht. Zur Orientierung; Glühlampen mit 40 Watt haben 415 lm, mit 60 Watt 710 lm und mit 75 Watt 930 lm. Die Lichtfarbe gibt an, wie kalt oder warm das Licht ist. Beschrieben wird die Farbe durch die Lichttemperatur - gemessen in Kelvin (K). Je niedriger der Kelvin-Wert, umso wärmer ist das Licht. Die Bezeichnung „warmweiß“ (maximal 3300 K) verweist beispielsweise auf ein behagliches Licht für den Wohnbereich.

Ob sich eine Energiesparlampe dimmen lässt, ist künftig auf der Verpackung angegeben. Ebenso: Wie lange braucht die Lampe, bis sie 60 Prozent der Lichtleistung erreicht. Eine Keller-Beleuchtung, die erst richtig hell wird, wenn man wieder oben ist, hilft natürlich wenig.

Wichtige Informationen zur Lebensdauer dürfen die Hersteller künftig nicht verschweigen. Dazu gehört die Zahl der Schaltzyklen - also wie häufig lässt sich die Lampe an- und ausschalten. Dies ist besonders wichtig für Leuchten im Treppenhaus. Explizit muss auch die geschätzte Lebensdauer in Stunden und Jahren vermerkt sein. Neue Sparlampen brennen bis zu 15 000 Stunden, das entspricht einer Lebensdauer von ungefähr 15 Jahren. Experten empfehlen, beim Kauf auf eine Lebensdauer von mindestens zehn Jahren zu achten.

Energiesparlampen dürfen im Gegensatz zu herkömmlichen Glühbirnen nicht in den Hausmüll. „Nach dem Gesetz gelten sie als Elektronik-Altgeräte und müssen separat entsorgt werden“, erklärt Christian Brehm von Lightcycle Retourlogistik und Service. Das von den Lampenherstellern gegründete Unternehmen organisiert bundesweit die Entsorgung. Private Verbraucher können ihre kaputten Energiesparlampen kostenlos bei einer der bundesweit 2200 Sammelstellen abgeben. Wo sich die nächste Sammelstelle befindet, erfährt man im Internet unter www.lichtzeichen.de. Wertstoffhöfe sind grundsätzlich zur Rücknahme von alten Lampen verpflichtet. „Inzwischen gibt es allerdings auch immer mehr Händler, die freiwillig für ihre Kunden kaputte Energiesparlampen entgegennehmen“, so Brehm. Er erwartet daher, dass die Zahl der Sammelstellen weiter steigt.

Wer auf Glühbirnen setzt, muss sich auf jeden Fall beeilen. Ab 1. September verschwindet die 75-Watt-Lampe aus dem Handel, ein Jahr später die 50-Watt-Birne. Ende 2012 gibt es dann keine Glühbirnen mehr zu kaufen.

Steffen Habit

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