Hinterbliebene verklagen Toyota

New York - Im Fall des Polizisten Mark Saylor, der in einem Toyota Lexus tödlich verunglückte muss sich das Unternehmen vor Gericht verantworten.

Toyota muss sich für einen der schwersten Unfälle wegen klemmender Gaspedale und rutschender Fußmatten verantworten. Die Angehörigen des Polizisten Mark Saylor und von drei weiteren tödlich verunglückten Familienmitgliedern haben den japanischen Autohersteller vor einem Gericht in San Diego verklagt. Der Unfall im August vergangenen Jahres hatte landesweit für Schlagzeilen gesorgt und letztlich den millionenfachen Rückruf von Toyota-Autos ins Rollen gebracht. Es laufen mittlerweile mehrere der gefürchteten Sammelklagen.

Witwe vor Untersuchungsausschuss

Der Fall Saylor dürfte aber einer der härteren für Toyota werden, stellte das “Wall Street Journal“ am Donnerstag fest. Mark Saylor (45), seine Frau Cleofe (45), Tochter Mahala (13) und Schwager Chris Lastrella (38) saßen in einer Lexus-Limousine, die sich nicht mehr stoppen ließ. Der Wagen rammte mit mehr als 160 Kilometern in der Stunde einen Geländewagen, kam von der Straße ab, überschlug sich und ging in Flammen auf. Die letzten Sekunden im Leben der vier Menschen sind auf Tonband festgehalten. Chris Lastrella hatte den Notruf gewählt.

Toyota-Konzernchef Akio Toyoda hatte den Hinterbliebenen sein Beileid ausgesprochen, als er in der vergangenen Woche Rechenschaft vor dem US-Kongress ablegen musste. Die Mutter von Cleofe und Chris, Fe Lastrella, war ebenfalls vor den Untersuchungsausschuss getreten und rührte mit ihrem Auftritt Millionen Menschen.

Fehler trotz Reparatur

Die US-Behörde für Verkehrssicherheit bringt inzwischen 52 Tote mit der Pannenserie bei Toyota in Verbindung. In vielen Fällen ist die Beweislage aber dünn. Der Fall Saylor liegt anders: Nach Angaben eines Anwalts der Familie handelte es sich bei dem Lexus um einen Leihwagen, der mit einer dicken Fußmatte ausgestattet war, die eigentlich in ein anderes Modell gehörte. Ein vorheriger Fahrer habe sich bereits darüber beschwert, dass das Gaspedal sich verklemmt hätte. Auch der Händler, von dem das Auto geliehen war, muss sich deshalb verantworten.

Toyota hatte im vergangenen Jahr angefangen, Millionen Wagen in die Werkstätten zu rufen, weil die Fußmatten das Gaspedal zu verkeilen drohten. Anfang diesen Jahres räumte Toyota ein, dass die Pedale auch von sich aus verklemmen könnten. Einige Experten und Abgeordnete sehen jedoch in einer fehlerhaften Elektronik den wahren Grund für das ungewollte Beschleunigen. Es haben sich mittlerweile mehrere Toyota-Besitzer darüber beschwert, dass ihre Wagen trotz der Reparaturen von sich aus Gas geben würden.

dpa

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