Hintergrund: Der Milchmarkt in Deutschland

Bonn - Der Milchmarkt in Deutschland basiert auf festen Verträgen zwischen den etwa 100 000 Milchbauern und den etwa 100 Molkereien. "Beide haben in der Regel ein langjähriges Vertragsverhältnis", so die Milchmarktexpertin Monika Wohlfarth.

Milchbauern und Molkereien verpflichten sich darin gegenseitig zur Bereitstellung beziehungsweise Abnahme der Milch, erläuterte die Expertin der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (ZMP).

Etwa 70 Prozent der Milch werden von Genossenschaften erfasst. Den Milchbauern wird als Anteilseignern der Gewinn der Genossenschaft in Form des Milchgeldes ausgeschüttet. Dies ist dann der hauptsächliche Erlös aus der Milchproduktion. Da sich der Gewinn ändern kann, steigt und sinkt jeweils die Entlohnung der Milchbauern. Große Genossenschaften sind besonders im Norden und Westen verbreitet. Milchbauern, die nicht Mitglied einer Genossenschaft sind, schließen ebenfalls feste Lieferverträge. Ihre Entlohnung wird allerdings nicht am Gewinn, sondern nach festgelegten Kriterien wie dem durchschnittlichen Milchpreis der Region bemessen.

Die Milchproduktion verläuft im Jahresverlauf unterschiedlich. Während im Herbst eher weniger Milch erzeugt wird, hat die Produktion gerade im Mai ihren Höhepunkt. Knapp 80 000 Tonnen frische Milch sammeln die Molkereien deutschlandweit in dieser Zeit täglich bei den Erzeugern ein. Jährlich sind es mehr als 27 Millionen Tonnen. Im Optimalfall werden die Verbraucher mit Milch aus der Region versorgt. In Ballungszentren mit wenig Weidefläche, wie dem Ruhrgebiet, sind aber oft auch Milchprodukte aus benachbarten Gebieten zu finden.

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