Hitze und Energie: Jetzt droht auch bei Lebensmitteln Preisschub

- Berlin - Den Verbrauchern in Deutschland drohen nach Angaben der Ernährungsindustrie in den nächsten Wochen deutlich höhere Preise für Lebensmittel. Grund seien gestiegene Kosten für landwirtschaftliche Rohstoffe. Der Handel schloss größere Preiserhöhungen dagegen weitgehend aus. Ursache für den Anstieg bei Rohwaren wie Obst, Gemüse oder Schweinefleisch ist laut der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) die sommerliche Hitze.

Die Kostensteigerungen könnten nicht durch andere Einsparungen ausgeglichen werden. Hinzu kämen steigende Energiekosten. Erhöhungen der Abgabepreise an den Handel seien unumgänglich. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels verwies dagegen auf den großen Wettbewerbsdruck, der wenig Spielraum für Preiserhöhungen lasse. "Es wird keine spürbaren Verteuerungen geben", sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Gerd Härig der "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" (Samstagsausgabe).

"Es gibt keinen Artikel, bei dem der Verbraucher so sensibel ist, wie bei Lebensmitteln." Das sieht man auch beim Landesverband des Bayerischen Einzelhandels (LBE) so. "Die Lebensmittelpreise in Deutschland sind die niedrigsten in ganz Europa. Eine Preiserhöhung kann sich der Handel gar nicht leisten", sagt LBE-Geschäftsführer Alexander Träger. Andere Töne hört man von Real (Metro-Gruppe). "Die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse sind witterungsbedingt bereits in den vergangenen Wochen stark gestiegen", berichtet Sprecher Markus Jablonski. "Zum Teil haben wir diese Steigerungen an unsere Kunden weitergeben müssen -allerdings in geringem Maß."

Jablonski rechnet für die kommenden Wochen mit weiter steigenden Preisen bei bestimmten Obst- und Gemüsesorten. "Da die Preisentwicklung vom Produkt abhängt, kann man aber nichts Genaues sagen." Angesichts der starken Rolle der Discounter gilt der Konkurrenzkampf im deutschen Lebensmittelhandel als besonders hart. Die Rohwarenpreise machen bei der Lebensmittelverarbeitung laut BVE zwischen 60 und 80 Prozent der Gesamtkosten aus. Bei Schlachtschweinen seien die Preise in den vergangenen Monaten um mehr als 20 Prozent gestiegen, einige Obstsorten seien bis zu 90 Prozent teurer geworden.

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