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Hitzeschäden in Thüringen

Milliarden-Hilfe gefordert

Bauern erwarten „schlechteste Ernte des Jahrhunderts“ - aber diese Gruppe freut sich

Den deutschen Bauern droht eine Missernte. Sie fordern Hilfe vom Staat. Eine Gruppe von Landwirten freuten sich unterdessen über die Hitze.

Berlin - Der Deutsche Bauernverband (DBV) rechnet angesichts der anhaltenden Trockenheit und Hitze in Deutschland in diesem Jahr mit der "schlechtesten Ernte" des Jahrhunderts. Die Ernteausfälle ziehen sich dabei "durch alle Kulturen hinweg", egal ob Getreide, Raps, Grünfutter oder Kartoffeln, sagte DBV-Vizegeneralsekretär Udo Hemmerling am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Bis auf Regionen ganz im Süden sei praktisch das gesamte Bundesgebiet betroffen.

Der Verband fordert daher finanzielle Unterstützung seitens des Staates für die Bauern in Höhe von einer Milliarde Euro. Das derzeitige Wetter "geht an die Existenz vieler Betriebe, weil sie ein ganzes Jahr in ihre Ernte investiert haben und jetzt nichts zurückbekommen", sagte Hemmerling zur Begründung. Die Milliarde sei dabei eine Schätzung, der eigentliche Schaden werde "das Mehrfache betragen".

Auch in den kommenden Jahren rechnet der Verband mit erheblichen Problemen. Es drohten anhaltende "Extremwettersituationen" wie Hagelstürme, Trockenheit und Starkregen, sagte Hemmerling AFP.

Ministerium: Entscheidung über Dürre-Hilfen für Bauern Ende August

Die Bundesregierung will unterdessen erst ab Ende August über zusätzliche Hilfen für Bauern wegen der großen Hitze und Trockenheit entscheiden. Dann liege der vollständige Erntebericht vor, den man abwarten müsse, sagte eine Ministeriumssprecherin am Montag in Berlin. Beim für Dienstag geplanten Bund-Länder-Treffen auf Arbeitsebene sei nur eine „erste Bestandsaufnahme“ möglich. Man beobachte die Lage mit Sorge. Zunächst liegt die Zuständigkeit für die Unterstützung jedoch bei den Bundesländern.

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Bauernverbands-Präsident Joachim Rukwied hatte die Summe von einer Milliarde Euro für Hilfen ins Spiel gebracht. Die ökologisch orientierte Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) will die gesamte Ernährungsbranche in die Pflicht nehmen, damit Landwirte mehr Geld für ihre Produkte erhalten.

Winzer freuen sich über anhaltende Wärme

Während wegen der Trockenheit in Deutschland vielerorts massive Ernteausfälle drohen, profitiert der Wein von der Wärme. Das Deutsche Weininstitut (DWI) rechnet in diesem Jahr mit dem "frühesten Federweißer, den wir jemals gehabt haben", sagte DWI-Sprecher Ernst Büscher am Montag der Nachrichtenagentur AFP. "Wir sind so früh dran, dass wir selbst den Italienern Paroli bieten können."

Den ersten Federweißer könnte es dieses Jahr schon Anfang bis Mitte August geben, und auch die Hauptlese werde "zwei bis drei Wochen früher" starten, sagte Büscher. Durch die Wärme sei die Reifeentwicklung weit fortgeschritten. Die Winzer seien in einer "komfortablen Situation", weil sie den optimalen Erntezeitpunkt gut abpassen könnten.

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AFP/dpa/fn

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