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Ein Mann liefert Getränke an den Strand des Ostseebades Binz.

Abfüller im Stress

Hitzehoch kurbelt Getränkeabsatz an

Berlin/Bonn - Wenn es heiß wird, steigt der Durst - das freut die Getränkehersteller. Hitzehoch "Annelie" soll hohe Absatzzahlen bringen. Die Abfüllung läuft auf Hochtouren.

Der warme Juli und das Hitzewochenende kommen der Getränkebranche gelegen. Nach dem milden Wetter der vergangenen Wochen setzt der Deutsche Brauer-Bund nun auf die kommenden Tage.

"Bei sehr warmer Witterung sind vor allem auch die alkoholfreien Biere beliebt", sagt der Sprecher des Deutschen Brauer-Bundes, Marc-Oliver Huhnholz. Sie haben mittlerweile einen Marktanteil von über sieben Prozent(2014). 2010 lag der Anteil noch bei knapp fünf Prozent. "Pils ist nach wie vor am beliebtesten mit einem Anteil von 50 Prozent", sagt Huhnholz.

Eigentlich sei wetterbedingt in den vergangenen Jahren der Juni der Monat mit den höchsten Absatzzahlen gewesen, sagt Huhnholz. Durchschnittlich werden im Juni gut zehn Millionen Hektoliter Bier abgesetzt. "Das Wetter ist unser bester Außendienstmitarbeiter", sagt auch Yvonne Piater vom baden-württembergischen Brauerbund.

Wenn es um den Absatz von Mineralwasser geht, wirken sich zwei oder drei Hitzetage hintereinander noch nicht sehr stark aus, heißt es beim Verband Deutscher Mineralbrunnen. Bei längeren Hitzeperioden sei das anders. "Da jetzt mindestens noch zwei Wochen sonniges und heißes Wetter erwartet werden und der Handel entsprechend ordert, werden die Absätze in den nächsten Tagen steil in die Höhe gehen", sagt Geschäftsführer Stefan Seip.

Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigten, dass in dieser Situation Steigerungen des Wochenabsatzes um 100 Prozent keine Seltenheit seien. Im Rekordsommer 2003 fielen 30 Prozent des Jahresabsatzes auf die drei Monate Juli bis August. Insgesamt liegt der Pro-Kopf-Verbrauch von Mineralwasser bei fast 144 Litern im Jahr (2014).

Auch beim Getränkehersteller Thüringer Waldquell läuft die Abfüllung auf Hochtouren. Die Mitarbeiter seien rund um die Uhr, sechs Tage die Woche im Einsatz, um Nachschub zu liefern, sagte Geschäftsführer Thomas Heß. Derzeit werde fast doppelt so viel Mineralwasser, Cola und Limonade abgefüllt wie sonst.

In der Gastronomie haben vor allem Strandbars, Biergärten und Gartenlokale bei schönem Wetter einen Vorteil. "Bei den Sommergetränken im Trend liegen frisch gepresste Säfte, Saftschorlen und selbst gemachte Limonaden in vielen neuen Geschmacksrichtungen", sagt Stefanie Heckel vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Auch die Personalplanung spiele an heißen Tagen eine wichtige Rolle. "Es profitieren vor allem Mini-Jobber, die dann zahlreich zum Einsatz kommen."

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