Hochtechnologie fehlt qualifizierter Nachwuchs

Düsseldorf - Wirtschaftsforscher sehen den Aufschwung gefährdet: In der Hochtechnologie sind fast 37 000 Ingenieursstellen unbesetzt.

Der Fachkräftemangel in Hochtechnologiefirmen kann nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) den Aufschwung gefährden. Das Institut berichtete am Mittwoch in Köln, im Juli seien 36.800 Ingenieursstellen in Hochtechnologiefirmen unbesetzt geblieben. Problematisch sei dies, da die Hochtechnologie als Konjunkturmotor maßgeblich zum aktuellen Aufschwung beitrage.

Das Wachstum der deutschen Wirtschaftsleistung um 2,2 Prozent im zweiten Quartal werde stark von Branchen wie Maschinen- und Fahrzeugbau und chemischer Industrie angetrieben, teilte das IW mit. Auch zum Exporterfolg würden hochwertige Technologien überdurchschnittlich beitragen.

Mehr Studenten in anderen europäischen Ländern

In anderen europäischen Staaten sei dies ähnlich, doch hätten Hochtechnologiefirmen in Deutschland stärker als die Konkurrenz in Frankreich, Belgien und Tschechien mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Auf 10.000 erwerbstätige Ingenieure kamen im Jahr 2007 in Deutschland 35 entsprechend ausgebildete Hochschulabgänger, in Tschechien waren es 214, in Frankreich 73 und in Belgien 111.

Da mittelfristig viele Ingenieure altersbedingt aus dem Beruf ausscheiden, sei auch künftig nicht damit zu rechnen, dass sämtliche offene Stellen besetzt werden könnten. Nach Einschätzung des IW ließe sich die Situation entschärfen, wenn die Ausbildung in Naturwissenschaften und Technik interessanter gestaltet würde und bessere Betreuungsbedingungen für höhere Absolventenzahlen sorgen würden. Darüber hinaus sollte nach Meinung der Experten das Bleiberecht für ausländische Absolventen aus Nicht-EU-Ländern vereinfacht werden.

ap

Rubriklistenbild: © dpa

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