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Aufgrund der gut gefüllten Auftragsbücher und guter Aussichten zeigt sich Hochtief optimistisch für das laufende Jahr. Foto: Rolf Vennenbernd

Gute Auslandsgeshäfte

Hochtief mit prall gefüllter Kasse auf Übernahmekurs

Mit Rückenwind durch gut laufende Geschäfte steht Hochtief in den Startlöchern für ein Bieterrennen um den spanischen Mautstraßenbetreiber Abertis. Doch noch ist der Startschuss nicht gefallen.

Essen (dpa) - Der Essener Baukonzern Hochtief arbeitet mit prall gefüllter Kasse weiter an einer milliardenschweren Übernahme des spanischen Mautstraßenbetreibers Abertis.

Ein solcher Zusammenschluss würde beiden Unternehmen "erhebliche Vorteile" bringen, heißt es in dem in Düsseldorf vorgelegten Geschäftsbericht des Unternehmens. Ziel sei es, Wert zu schaffen für die Aktionäre, sagte Konzernchef Marcelino Fernandez Verdes.

Im Oktober vergangenen Jahres war Hochtief mit einer Offerte über 18,6 Milliarden Euro in das Bieterrennen um Abertis eingestiegen. Damit hatte das deutsche Unternehmen ein Angebot des italienischen Konkurrenten Atlantia von 16,5 Milliarden Euro übertrumpft. Abertis betreibt in 14 Ländern Mautstraßen mit einer Länge von 8400 Kilometern und gilt als hoch profitabel.

Dank guter Geschäfte seiner Auslandstöchter hatte der mehrheitlich zum spanischen ACS gehörende Hochtief-Konzern im abgelaufenen Jahr deutlich mehr verdient als ein Jahr zuvor. Aber auch in Europa lief es besser für die Essener.

Der bereinigte Gewinn stieg 2017 um ein Viertel auf 452,3 Millionen Euro. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren, die mit 3,38 Euro je Aktie eine 30 Prozent höhere Dividende bekommen sollen. Der Umsatz legte um knapp 14 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro zu. Während sich die Mitarbeiterzahl 2017 im Jahresdurchschnitt weltweit um rund 8000 Beschäftigte auf rund 54 000 erhöhte, ging die Beschäftigtenzahl in Deutschland leicht auf knapp 3400 weiter zurück.

Aufgrund der gut gefüllten Auftragsbücher und guter Aussichten zeigte sich das Unternehmen optimistisch für das laufende Jahr. Für 2018 peilt das Unternehmen einen um Sondereffekte bereinigten Konzerngewinn von 470 bis 520 Millionen Euro an.

Im Ringen um eine Übernahme des spanischen Autobahnbetreibers Abertis ist der Essener Baukonzern Hochtief dagegen noch längst nicht am Ziel. Nachdem vor gut zwei Wochen die EU-Kommission grünes Licht gegeben hatte, fehlt immer noch die seit längerem erwartete Zustimmung der spanischen Börsenaufsicht CNMV.

Hochtief erwarte jedoch kein Problem in dieser Hinsicht, sagte Fernandez Verdes. Erst mit einer Genehmigung aus Spanien wäre der Startschuss für ein milliardenschweres Bieterrennen mit Atlantia gefallen, dessen Ausgang allerdings völlig ungewiss ist.

Kommt es zu einer Bieterschlacht, hatte Atlantia allerdings bereits angedeutet, die Offerte noch einmal deutlich erhöhen zu können. Sollte Atlantia zum Zuge kommen, würde der größte Mautstraßenbetreiber der Welt aus der Taufe gehoben. Ginge der Zuschlag an Hochtief, wäre dies eine der größten Auslandsübernahmen eines deutschen Unternehmens der vergangenen Jahre.

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