Hochtief rechnet auch 2005 mit deutlichem Ergebnisplus

- Düsseldorf - Der Chef des größten deutschen Baukonzerns Hochtief, Hans-Peter Keitel, hat sich auch nach dem Zusammenbruch des süddeutschen Konkurrenten Walter Bau zum Bauen in Deutschland bekannt. "Man kann in Deutschland sehr wohl erfolgreich bauen - wenn man sich nicht auf die völlig unsinnige Preisschlacht einlässt", sagte Keitel am Mittwoch bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf.

<P>Innerhalb dieses oder des nächsten Jahres werde der Bau die Talsohle wieder verlassen, zeigte sich Keitel überzeugt. Hochtief werde in Deutschland auf Qualität und verstärkt auf das Geschäft mit baunahen Dienstleistungen setzen.<BR><BR>Für den Essener Baukonzern kündigte Keitel für das laufende Jahr nach einem Ergebnisplus von 17,4 Prozent auf 187,3 Millionen Euro im Vorjahr einen weiteren deutlichen Ergebnisanstieg im "oberen einstelligen Prozentbereich" an. Nachdem sich das Nettoergebnis im vergangenen Jahr mit 41,2 Millionen Euro mehr als verdoppelt habe, wolle Hochtief auch dort weiter zulegen.<BR><BR>Dabei seien die Erträge aus dem noch nicht endgültig abgeschlossenen Verkauf von Anteilen an den HochtiefFlughafenbeteiligungen noch nicht berücksichtigt. Keitel bezifferte den dort erzielten Buchgewinn auf rund 63 Millionen Euro. Nach der mit einer Dividende von 0,75 Cent je Aktie für 2004 geplanten dritten Erhöhung in Folge werde sich die Ausschüttung auch künftig am Ergebnis des Unternehmens orientieren, kündigte Keitel an.<BR><BR>Neben dem klassischen Kerngeschäft Bau werde sich der Essener Konzern zunehmend auf die ganze Angebotspalette von baunahen Leistungen konzentrieren. Dazu zählten neben der Immobilienentwicklung und den Dienstleistungen auch das Geschäft mit dem privat finanzierten Bau und Betrieb von öffentlichen Gebäuden und Mautstraßen, den so genannten Public-Private-Partnership-Modellen (PPP).<BR><BR>Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen mit baunahen Leistungen rund ein Drittel des Konzernumsatzes von 11,94 Milliarden Euro erwirtschaftet. Gleichzeitig habe dieser Bereich aber zu rund zwei Dritteln zu dem Ergebnis vor Steuern (EBT) beigetragen.<BR><BR>In dem als "aussichtsreich" eingeschätzten deutschen Markt für privat finanzierte PPP-Projekte werde Hochtief seine Chancen nutzen, kündigte Keitel an. Allein bei Schulen, Verwaltungsgebäuden und Krankenhäusern rechne das Unternehmen bis zum Jahr 2009 mit einem Anstieg des Investitionsvolumens auf etwa sechs Milliarden Euro jährlich. "Die Einsicht, dass PPP kein Teufelszeug ist, nimmt zu", sagte Keitel.<BR><BR>Bei der Finanzierung von Straßenbauprojekten dürfe man jedoch auch eine mögliche PKW-Maut in Deutschland nicht ausschließen, meinte er. Dafür müsse es dann jedoch einen Ausgleich etwa über die KfZ- oder Mineralölsteuer geben.<BR><BR>Weltweit sei der Essener Konzern bereits an 19 PPP-Projekten mit einem Investitionsvolumen von etwa 8,5 Milliarden Euro beteiligt. 15 dieser Projekte seien Mautstraßen mit einer Gesamtlänge von 880 Kilometern. Bei fünf weiteren internationalen Projekten befinde sich das Unternehmen derzeit in einer aussichtsreichen Verhandlungsposition. Weltweit werde bis 2009 mit der Ausschreibung von privat finanzierten Projekten allein im Verkehrsbereich mit einem Volumen von rund 45 Milliarden Euro als Mautstraßen gerechnet.</P>

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