Höhere Zinsen schneller als erwartet?

- Frankfurt - Die Zinsen im Euro-Raum könnten schneller als bisher erwartet auf drei Prozent klettern. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, deutete an, dass eine weitere Zinserhöhung bereits Anfang August möglich sei. Der Rat der Notenbank werde sich entgegen den bisherigen Planungen bei seiner Sitzung am 3. August in Frankfurt treffen. Bislang war nur eine Telefonkonferenz geplant.

Im Raum steht eine erneute Anhebung des Leitzinses von derzeit 2,75 Prozent auf dann 3,00 Prozent. Spekulationen über einen größeren Schritt von 50 Basispunkten zerstreute der EZB-Präsident.

Bei seiner gestrigen Sitzung beließ der Notenbankrat den wichtigsten Leitzins für die Euro-Zone bei 2,75 Prozent. Erst vor vier Wochen hatte die EZB die Zinsen angehoben und war damit ihrem Drei-Monats-Rhythmus treu geblieben. Nun könnten die Zinsen wegen des robusteren Wirtschaftswachstums und der stark steigenden Liquidität schneller nach oben gehen. "Wir bleiben sehr wachsam und entscheiden auf Grundlage der Daten und Fakten", sagte Trichet und schränkte ein: "Wir legen uns nicht im Vorhinein fest und sind nicht an einen Rhythmus gebunden."

Nach einer jahrelangen Niedrigzinspolitik will die EZB mit steigenden Zinsen die Inflation bekämpfen, die vor allem von den Rekordölpreisen angeheizt wird. Auch im Juni lag die jährliche Teuerungsrate in der Euro-Zone mit 2,5 Prozent wieder deutlich über der entscheidenden Zwei-Prozent-Marke für Preisstabilität. Die Inflation werde auch im Gesamtjahr 2006 sowie 2007 diese Schwelle überschreiten, sagte der oberste Währungshüter.

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