Hörgerät und Zahnersatz: Preise vergleichen lohnt sich immer

- Auf Kassenpatienten kommen neue Aufgaben zu: Wer sich gezielt günstige Medikamente verschreiben lässt, soll künftig belohnt werden und einen Teil seiner Zuzahlungskosten sparen. So plant es derzeit die Große Koalition. Doch auch schon heute können die Verbraucher ihren Geldbeutel schonen. Das wirksamste Rezept: Ordentlich die Preise vergleichen. Beispiel Hilfsmittel: Teure Aufzahlungen für Prothesen, Hörgeräte, Bandagen oder Stützstrümpfe auf Rezept können umschifft werden.

Doch wie viele Kassenpatienten wissen das schon? Die meisten ärgern sich, dass sie für die verschriebenen Schuheinlagen noch mal Extra-Kosten von 30 Euro hinblättern sollen. Grund: Seit Anfang 2005 gibt es für viele Hilfsmittel nur noch einheitliche Festbeträge von den Zuzahlungen lassen sich umschiffen Kassen. Was drüber hinausgeht, muss der Versicherte aus eigener Tasche zahlen. Der Sparkniff: Nicht alle Produkte am Markt werden gleich teuer verkauft. Würde der Patient sich die Mühe eines Preisvergleichs machen, könnte er in vielen Fällen ein billigeres Schuheinlagen-Angebot der Konkurrenz finden.

Immerhin steht der Versicherte bei der Ausschau nach günstigeren Alternativen nicht alleine da: Die Kassen müssen helfen. "Sie sind verpflichtet, Auskunft darüber zu geben, wo medizinische Hilfsmittel zum Festbetrag gekauft werden können", sagt Marion Schmidt von der Verbraucherzentrale Sachsen. Einige Kassen veröffentlichen Bezugsquellen im Internet. Wer sich traut, die in ausländischen Dentallabors gefertigten Kronen, Inlays, Brücken oder Implantate zu Hause vom Zahnarzt einsetzen zu lassen, kann nach Anbieterangaben zwischen 40 und 70 Prozent der hierzulande üblichen Laborkosten einsparen. Tatsächlich macht dieser Posten rund zwei Drittel der Gesamtkosten für eine Zahnersatzbehandlung aus.

Doch nur die wenigsten Versicherten wissen, dass sich inzwischen eine ganze Reihe deutscher Anbieter auf die Bestellung billigen Zahnersatzes im Ausland spezialisiert hat. Einer der Haken dabei: Wer bei der Gebisssanierung richtig Geld sparen will, muss erst einmal seinen Zahnarzt überzeugen. "Jeder kann seinen Um 70 Prozent niedrigere Laborkosten in Osteuropa Arzt nach solchen preiswerten Lösungen fragen", betont Antje Walther von der Techniker Krankenkasse. Der Großteil der Dentisten in Deutschland ist aber Arbeiten aus dem Billiglabor gegenüber bislang nicht gerade aufgeschlossen. Auch dann nicht, wenn im Ausland nach deutschen Standards gefertigt wird. Immerhin müssen Zahnärzte für die Behandlung haften. Da scheinen nicht einmal längere Gewährleistungszeiten für den Zahnersatz aus der Fremde von bis zu fünf statt den hier üblichen zwei Jahren zu überzeugen. Auch arbeiten die meisten Zahnmediziner daheim mit langjährigen Partnerlabors zusammen. Für den Kassenpatienten, der abblitzt, heißt das: Einen anderen Zahnarzt suchen, der zur Zusammenarbeit bereit ist.

Denn die gibt es. "Billiger heißt nicht gleich schlecht", betont Mechthild Kern von der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten. Auch in Deutschland sei längst nicht alles Gold, was glänzt. Wer inländischen Zahnersatz bevorzugt, hat selbst da noch Sparchancen. Möglich ist nämlich auch ein bundesweiter Preisvergleich von Labor zu Labor. Ist ein günstigerer Anbieter gefunden, kann man seinen Zahnarzt bitten, dort zu bestellen. Grundsätzlich ist auch eine Behandlung im Ausland möglich. EU-Bürger dürfen sich in jedem EU-Land ohne Genehmigung der Krankenkasse behandeln lassen. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Die Kassen sind verpflichtet, den üblichen Kostenanteil zu erstatten. In Polen, Tschechien und Ungarn sind bei Zahnbehandlungen bis zu 70 Prozent Ersparnis möglich.

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