Hoffen und bangen bei Premiere

- München - Nach der spektakulären Niederlage im Wettbieten um die Fußballbundesliga-Rechte ist die Zukunft des Bezahlsenders Premiere ungewiss. "Wir rechnen damit, dass der Verlust der Bundesliga ein knappes Drittel der Premiere-Abonnenten zu einer Kündigung des Abonnements veranlassen wird", erklärte HVB Analyst Peter-Thilo Hasler. Schlimmstenfalls könne Premiere auch in die Verlustzone zurückstürzen. Das sahen andere Experten ähnlich, am Donnerstag stuften die Analysten die Premiere-Aktie reihenweise herunter. Premiere-Chef Georg Kofler will kämpfen. "Ich bin Bergsteiger und gewohnt, durch schwieriges Gelände einen Weg zu finden."

Die Deutsche Fußball-Liga hatte die Pay-TV-Rechte an das Kabelnetz-Konsortium Arena vergeben - und nicht an den langjährigen Partner Premiere. "Das ist schon ein schwerer Schlag für Premiere", sagte der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, Wolf-Dieter Ring. Die unternehmerische Entscheidung Koflers sei nachvollziehbar, nur dann mehr Geld für die Rechte auszugeben, wenn es auch mehr Exklusivität gibt. Wenn Premiere nun aber das eingesparte Geld zum Beispiel in exklusive Filmrechte, Eigenproduktionen und andere Sportrechte stecke, sei nichts verloren. Kofler kündigte an, die Preise beispielsweise für das Fußball-Live-Paket zu senken. In der Branche gehen aber viele davon aus, dass er sich diesmal verzockt hat.

Noch ist allerdings nicht völlig ausgemacht, dass am Ende nicht doch noch ein Teil der Pay-TV-Rechte wieder bei Premiere landen könnte. Nach Koflers Einschätzung ist der neue Rechteinhaber Arena ein "Niemand". Und die Netzbetreiber können nur Kunden mit Kabelanschluss bedienen. Was mit Fußball-Fans passiert, die über Satellit empfangen, ist offen.

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