Hoffnung bei AEG: Abbau statt Schließung

- München - Zumindest für einen Teil der 1750 im Nürnberger AEG-Hausgerätewerk arbeitenden Frauen und Männer scheint es wieder Hoffnung zu geben. Um eine Schließung des gesamten Werks zu verhindern, werde nun auch über Stellenabbau gesprochen, hieß es aus Betriebsratskreisen nach einer Verhandlungsrunde zwischen Management, IG Metall und Mitarbeitervertretung in Nürnberg. Der von der Belegschaft unter anderem durch Lohnverzicht angebotene Kostenabbau von jährlich 15 Millionen Euro reiche der schwedischen AEG-Mutter Electrolux nicht aus.

Die Schweden forderten Einsparungen von 48 Millionen Euro, berichten Mitarbeiter aus den laufenden Gesprächen zur Rettung des AEG-Stammwerks. Die rechnerisch klaffende Lücke könne durch den Abbau einiger hundert Stellen geschlossen werden. "Das wäre schlimm, aber immer noch besser als eine Schließung", meinte eine AEG- Mitarbeiterin. Welchen Umfang der drohende Kahlschlag habe, hänge vom Umfang einer bislang noch fehlenden Stückzahlgarantie durch Electrolux ab. Im Werk werden derzeit Waschmaschinen, Geschirrspüler und Trockner gefertigt.

Es gebe "Hoffnung, aber keine Entwarnung", sagte auch Nürnbergs IG-Metall-Vize Jürgen Wechsler, der im AEG-Aufsichtsrat sitzt. Es gebe noch Kräfte bei Electrolux, die eine komplette Schließung bevorzugen. Verworfen habe man die Idee, wie andernorts im Electrolux-Fertigungsverbund üblich, in Nürnberg künftig nur noch ein Produkt zu bauen, weil das keine praktikable Auslastung erlaube.

Das AEG-Management macht keine Angaben zum Verlauf der Gespräche, die man "zeitnah" fortsetzen will. Man rede miteinander, die Lücke zwischen nötiger und angebotener Kostensenkung sei aber noch sehr groß, sagte ein Konzernsprecher nur. Richtung und Zeitpunkt einer Entscheidung seien noch völlig offen. Bei einer früheren Krisenrunde hatten Electrolux und Personal für die Fabrik wegen Auslastungsproblemen eine wöchentliche Arbeitszeit von 30 Stunden vereinbart, die auch einen Ende Februar 2006 auslaufenden Kündigungsschutz umfasst. Die AEG-Mitarbeiter in Nürnberg sind nicht allein mit ihren Ängsten. Der weltgrößte Hersteller von Hausgeräten, Electrolux, will rund die Hälfte seiner 27 Hausgerätefabiken in westlichen Hochlohnländern schließen und zum Teil nach Osteuropa verlagern, um rund eine Milliarde Euro an Kosten zu sparen.

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