Hoffnung für Avcraft: Maple-Bank sichert Liquidität bis Januar 2006

- Oberpfaffenhofen - Die rund 170 verbliebenen Mitarbeiter des insolventen Oberpfaffenhofener Flugzeugbauers Avcraft können vorerst durchatmen. Gestern gab Wolfgang Schuck, Vorsitzender der Geschäftsführung der Frankfurter Maple-Bank, auf einer internen Betriebsversammlung bekannt, dass sein Finanzinstitut die Liquidität von Avcraft bis Januar 2006 sichern wird.

Damit hat das Unternehmen, das einen Teil der Geschäfte von Fairchild-Dornier weiterführt, wieder etwas Luft, sich um Aufträge zu bemühen. Die Verhandlungen über den Verkauf des Unternehmens laufen laut Schuck weiter auf Hochtouren.

"Die Verkaufsverhandlungen laufen sehr vielversprechend", sagte Schuck gestern auf Anfrage, Konkretes könne er jedoch noch nicht sagen. Die Verhandlungen würden sich jedoch um den Verkauf als Ganzes drehen. Sollte sich diese Option wider Erwarten zerschlagen, gebe es noch andere Optionen, sagte der Bank-Manager.

Die Maple-Bank hat in Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter Martin Prager, der derzeit durch Rechtsanwalt Stephan Ammann vertreten wird, einen Sechsmonatsplan erstellt, wie es mit Avcraft weitergehen soll. Bis Ende Januar hat die Maple-Bank, die nach eigenen Angaben über 70 Prozent der anerkannten Forderungen an Avcraft hält, die Liquidität des Unternehmens gesichert. "Jetzt können wir nach vorne schauen. Schließlich soll wieder Bewegung in die Hallen kommen", sagte Schuck.

Die Finanzierung für die nächsten sechs Monate mache es auch leichter, Aufträge zu akquirieren, so Schuck. "Ein Kunde vergibt keinen Auftrag, der sechs Wochen dauert, wenn er nicht weiß, ob das Unternehmen in vier Wochen überhaupt noch existiert."

Auch für die Belegschaft sei die Liquiditäts-Zusicherung der Bank eine große Erleichterung, da sie nun nicht mehr Monat für Monat um ihren Job bangen müsse. "Die Mitarbeiter haben jetzt auch über die Weihnachtszeit hinaus eine Perspektive", sagte Schuck.

Positive Nachrichten hatte der Vorsitzende der Maple-Bank-Geschäftsführung auch in Bezug auf den Verkauf von Flugzeugen im Gepäck. Drei von vier zum Verkauf anstehende Flugzeuge seien inzwischen verkauft worden, zwei an eine skandinavische Fluglinie, ein Flugzeug an eine deutsche Airline. Auch das Teile-Geschäft habe sich in den vergangenen zwei Wochen gut entwickelt. "Ich bin positiv gestimmt", sagte Schuck.

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