Hoffnung für V-Bird-Kunden: Gespräche mit drei Investoren

- Innerhalb der nächsten 24 Stunden soll sich die Zukunft der schwer angeschlagenen Fluglinie V-Bird entscheiden. Der holländische Billigflieger hatte aus Finanznot am Freitag überraschend den Flugbetrieb eingestellt, tausende Passagiere saßen fest. Heute zeige sich, ob die Fluglinie mit frischem Geld wieder starten kann, heißt es in der Branche. Für die Kunden wäre das die einzige Chance, ihr Geld zurückzubekommen.

<P>Ein niederländischer Finanzinvestor war kurzfristig abgesprungen. Die junge Fluglinie, die erst seit August profitabel arbeitet, brach zusammen - Stunden, bevor sie eine Erweiterung ihres Flugplans bekanntgeben wollte. 3000 Passagiere am Heimatflughafen Niederrhein in Weeze nahe der holländischen Grenze saßen unmittelbar fest. Auch in München, wo V-Bird im ersten Halbjahr 150 000 Passagiere abholte, blieben die Fluggäste sitzen.</P><P>Das wird aus den Tickets</P><P>Seit Samstag verhandelt V-Bird mit drei Investoren aus Westeuropa, einer hat bereits eine Absichtserklärung unterschrieben. "Wir arbeiten an einer Übernahme", bestätigt Sprecherin Claudia Maria Hövel. Sollten aber die Gespräche in der Nacht auf heute scheitern, "melden wir sofort Konkurs an".</P><P>Für die Passagiere wäre das die schlechteste Lösung. V-Bird belohnte Frühbucher. Zahlreiche Passagiere haben bereits für hunderte Euro im Voraus gebucht und per Kreditkarte bezahlt. Rückgängig gemacht werden können die Buchungen nicht. "Im Grunde läuft man voll ins Messer", sagt Petra von Rhein (Verbraucherzentrale Bayern) für den Fall eines Konkurses. Sie sieht wenig Chancen, auch nur einen Euro zurückzubekommen.</P><P>Es gebe zwar die Möglichkeit, den Insolvenzverwalter - sobald er benannt ist - anzuschreiben. Wo kein Geld mehr übrig ist, kann aber auch er nichts zurückzahlen. Verbraucherschützer fordern seit Jahren einen verbindlichen Sicherungsfonds der Airlines für solche Fälle.<BR>Anders sieht es aus, wenn die Gesellschaft übernommen wird, verspricht V-Bird-Sprecherin Hövel: "Wenn das klappt, verpflichtet sich der neue Investor, die Gelder an die Passagiere zurückzuzahlen." Und das, so sagt Hövel, mit Priorität vor anderen Gläubigern wie Flughäfen und Lieferanten.</P><P>Das wird aus der Strecke</P><P>Sollte V-Bird wieder starten, wird die von vielen Pendlern genutzte profitable Strecke nach München mit großer Sicherheit weiter bedient. Die drei Airbusse A 320 sind derzeit in Irland geparkt. Der kleine Flughafen nordwestlich von Düsseldorf verhandelt parallel dazu mit anderen deutschen Fluggesellschaften. "Wir suchen Alternativen", sagte Flughafen-Chef Alex van Elk unserer Zeitung. Die Strecke nach München "war für uns eine sehr erfolgreiche Verbindung". Nicht zuletzt ist der Flughafen auf die Flüge von und nach München, Stockholm, Helsinki und 14 andere Ziele angewiesen: Außer V-Bird landet bisher nur Ryanair in Weeze.</P><P>Günstige Alternativen</P><P>Virgin Express, ein belgischer Billigflieger, hat V-Bird-Passagieren angeboten, sie gegen Vorlage ihrer Reservierung für den Fixpreis von 49 Euro plus Steuern und Gebühren mitzunehmen. Telefon: 08105/133 212. München steht dort aber nicht auf dem Flugplan. Die Strecke München-Düsseldorf wird von Lufthansa, dba und Germania Express (bot Extratarife, Angebot ist inzwischen ausgelaufen) bedient.</P><P>Risiko beim Buchen</P><P>Luftfahrt-Experten sagen im hart umkämpften Markt der Billigflieger weitere Pleiten voraus. Die Verbraucherzentrale Bayern rät dennoch nicht von Buchungen bei den günstigen Gesellschaften ab. Man müsse jedoch "bei diesen Dumping-Preisen immer um das Risiko wissen".</P>

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