+
Unerlaubte Werbeanrufe kommen den Auftraggebern teuer zu stehen.

Hohe Bußgelder wegen verbotener Telefonwerbung

Bonn - Wegen verbotener Telefonwerbung hat die Bundesnetzagentur Bußgelder in einer Gesamthöhe von 500.000 Euro gegen Call-Center und Auftraggeber der Anrufe verhängt.

“Wir setzen mit diesen Bußgeldern ein deutliches Signal, dass wir Rechtsbruch nicht tolerieren“, sagte der Präsident der Wettbewerbsbehörde Matthias Kurth am Freitag in Bonn. Es ist das erste Mal, dass die Netzagentur Verstöße gegen das Verbot der unerlaubten Telefonwerbung ahndet.

Seit dem 4. August vergangenen Jahres gelten in Deutschland Werbeanrufe ohne Einwilligung des Angerufenen und Werbeanrufe mit unterdrückter Rufnummer als Ordnungswidrigkeiten. Doch hat dies schwarze Schafe der Branche bislang nicht davon abhalten können, Verbraucher per Telefon zu belästigen.

“Das ersichtliche Desinteresse einiger Unternehmen am seit langem gesetzlich bestehenden Verbot unerlaubter Telefonwerbung ist nicht akzeptabel. Die Vorschriften zu telefonischen Werbeanrufen gelten ohne Ausnahme“, sagte Kurth. Auch die Auftraggeber von Telefonwerbung könnten sich dabei nicht aus der Verantwortung stehlen. “Sie verhalten sich rechtswidrig, wenn sie telefonische Werbekampagnen durchführen lassen, ohne über die erforderliche ausdrückliche und wirksame Einwilligung der Verbraucher in Telefonwerbung zu verfügen“, betonte Kurth.

Behörde ist auf Hinweise der Verbraucher angewiesen

In den vorliegenden Fällen stammten die Auftraggeber aus der Telekommunikations-, der Medien- und der Lotteriebranche. “Ich appelliere mit Nachdruck an alle Werbenden - Auftraggeber wie Call-Center - sich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten. Ausflüchte lassen wir nicht gelten“, sagte der Behördenchef. Bei Verstößen gegen das Verbot der unerlaubten Telefonwerbung kann die Bundesnetzagentur nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb Bußgelder bis zu 50.000 Euro verhängen.

Den gegenwärtigen Bußgeldbescheiden waren langwierige Ermittlungsarbeiten vorausgegangen. Dabei profitierte die Behörde von den Hinweisen betroffener Verbraucher. “Von Juli bis Dezember 2009 gingen hier über 28.000 Beschwerden allein wegen unerlaubter Telefonwerbung ein. Zahlreiche Ermittlungen laufen noch“, sagte Kurth.

Die Bundesnetzagentur kann gegen unerlaubte Telefonwerbung allerdings nur eingreifen, wenn ihr die Verstöße detailliert und nachvollziehbar angezeigt werden. Notwendig seien genaue Informationen über das Datum, die Uhrzeit des Anrufs sowie die gegebenenfalls angezeigte Rufnummer. Für die Ermittlungsarbeit seien zudem - sofern bekannt - konkrete Namen der Anrufer, beworbene Produkte und Dienstleistungen sowie Informationen über das anrufende oder werbende Unternehmen hilfreich, betonte die Behörde. Da Anzeigenerstatter unter Umständen auch als Zeugen angehört werden müssen, benötigt die Bundesnetzagentur außerdem die vollständigen Adressdaten des Beschwerdeführers.

dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Frist für Angebote im zweiten Niki-Insolvenzverfahren endet
Korneuburg (dpa) - Im Insolvenzverfahren für die Air-Berlin-Tochter Niki läuft heute eine weitere wichtige Frist ab. Bis dahin haben Interessenten eine zweite Chance, …
Frist für Angebote im zweiten Niki-Insolvenzverfahren endet
Apple holt nach Steuerreform Milliarden-Geldberg in die USA
Jahrelang warteten Apple und andere US-Unternehmen auf eine Steuerreform, um ihre Auslandsgewinne nach Hause zu bringen. Jetzt ist es soweit - und der iPhone-Konzern …
Apple holt nach Steuerreform Milliarden-Geldberg in die USA
Tierwohl-Kennzeichnungen für Fleisch sollen ausgebaut werden
Zum großen Jahresauftakt der Ernährungsbranche in Berlin dreht sich vieles um eine schonendere Landwirtschaft. Bei Kennzeichnungen für Verbraucher soll es voran gehen. …
Tierwohl-Kennzeichnungen für Fleisch sollen ausgebaut werden
Berlin und Paris wollen Digitalwährung Bitcoin kontrollieren
In Deutschland läuft noch die Regierungsbildung. Doch Berlin und Paris arbeiten im Finanzbereich schon an neuen Vorschlägen. Davon sollen auch die Bürger etwas haben.
Berlin und Paris wollen Digitalwährung Bitcoin kontrollieren

Kommentare