Hohe Spritpreise drücken Umsätze im Einzelhandel

Wiesbaden/Berlin - Die hohen Spritpreise drücken auf die Stimmung der Konsumenten: Im April lagen die Umsätze im Einzelhandel inflationsbereinigt 1,0 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Dabei hatte der April dieses Jahres sogar drei Arbeitstage mehr. Nominal wiesen die Händler dagegen ein leichtes Plus von 1,5 Prozent aus.

"Die Zahlen sind wirklich nicht berauschend", sagte der Geschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr, in Berlin. "Wenn die Verbraucher glauben, dass alles teurer wird, kaufen sie noch preisbewusster ein."

So hätten vor allem Lebensmittelläden Umsatzeinbußen verbucht, während Discounter und Supermärkte noch gut abgeschnitten hätten. Das Textilgeschäft habe im April zudem unter dem wenig sommerlichen Wetter gelitten.

In den ersten vier Monaten 2008 setzte der Einzelhandel nominal 1,6 Prozent mehr um, real bedeutet dies aber einen Rückgang von 0,9 Prozent. Der Einzelhandelsverband geht für das Gesamtjahr weiterhin von 2,0 Prozent nominalem Wachstum aus. "Wir wissen aber noch nicht, welche Folgen die Spritpreise im Laufe des Jahres noch haben werden", sagte Pellengahr.

Der HDE forderte die Politik auf, Steuern und Sozialabgaben zu senken, um mehr Leute in die Geschäfte zu locken. Die Verbraucher litten noch unter der Erhöhung der Abgaben der vergangenen Jahre. "Unter dem Strich muss netto mehr übrig bleiben", sagte Pellengahr. Das sei das einzig wirksame Rezept, um den Konsum anzukurbeln.

Die Commerzbank schrieb in einer Analyse, die Zahlen hätten die Erwartungen um Meilen verfehlt. "Die weitere Verteuerung von Energie spricht für schlechte Zahlen auch in den nächsten Monaten", hieß es in einer Mitteilung. Der schwache Start ins zweite Quartal stütze die Erwartung eines Rückganges des Bruttoinlandsproduktes im Frühjahr.

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