O2 holt mächtig auf

- München/London - Der bisher kleinste Mobilfunkbetreiber O2 macht auf dem hart umkämpften deutschen Markt mit großen Schritten Boden gut. Möglicherweise werde man noch im laufenden Geschäftsjahr bei der Kundenzahl die Zehn-Millionen-Marke knacken, sagte O2-Chef Rudolf Gröger am Mittwoch in München. Im ersten Quartal steigerte die Mobilfunkfirma die Zahl der Handy-Nutzer um 578 000 auf 7,98 Millionen.

Damit wuchs O2 deutlich schneller als Branchenprimus TMobile und der direkte Konkurrent E-Plus. Bezogen auf den Umsatz überrundete O2 im Geschäftsjahr 2004/05 (31. März) nach eigenen Angaben erstmals E-Plus und rückte auf den dritten Rang vor. Das gute Deutschland-Geschäft bescherte auch der britischen Konzern-Mutter O2 plc zweistellige Zuwachsraten.<BR><BR>Auch im laufenden Geschäftsjahr strebt O2 in Deutschland hohe Zuwächse bei Kundenzahl und Umsatz an. "Wir wollen das hohe Tempo weiter gehen", sagte Gröger. "Zehn Millionen Kunden ist eine sehr erstrebenswerte Position." In diesem oder spätestens im nächsten Geschäftsjahr werde die Marke fallen. Allerdings sei Profitabilität wichtiger als die reine Zahl der Kunden. E-Plus hatte seine Kundenzahl im ersten Quartal um 140 000 auf 9,65 Millionen gesteigert. Branchenprimus T-Mobile legte wegen einer Strategieänderung sogar nur um 89 000 Nutzer auf 27,6 Millionen zu. Die Nummer zwei Vodafone hat noch keine Quartalszahlen vorgelegt.<BR><BR>Insgesamt konnte die britische O2-Gruppe die Zahl der Kunden im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004/05 um 3,3 Millionen auf knapp 24 Millionen steigern. Beim Umsatz verbuchten die Briten ein Plus von gut 18 Prozent auf 6,68 Milliarden Pfund (9,7 Mrd Euro). Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen legte um gut 29 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro zu.<BR><BR>Die deutsche Tochter war 1998 noch unter dem Namen Viag Interkom als letzter Betreiber auf dem Mobilfunkmarkt gestartet. Im derzeitigen Verdrängungswettbewerb sei das ein Vorteil, sagte Gröger. "Wir mussten uns von Anfang an gegen die etablierten Anbieter behaupten." Im gesamten Geschäftsjahr wuchs die Kundenzahl von O2 in Deutschland um ein Drittel. Dabei profitierte das Unternehmen auch von der Kooperation mit Tchibo. Über die KaffeeKette wurden gut 250 000 Kunden gewonnen. Der Umsatz legte im Geschäftsjahr um ein Viertel auf 2,74 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen verbesserte sich von 324 auf 500 Millionen Euro. Unter dem Strich schrieb O2 noch rote Zahlen. Dies soll sich laut Gröger aber in zwei bis drei Jahren ändern.<BR><BR>Auf dem Wachstumskurs stellte O2 auch zusätzliches Personal ein. Im vergangenen Geschäftsjahr wuchs die Zahl der Mitarbeiter um 400 auf 3900 Beschäftigte. Im laufenden Jahr soll die Zahl der Arbeitsplätze nochmals um zehn Prozent steigen.

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