S&P holt zum nächsten Schlag aus

London - Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat nach dem Rundumschlag gegen zahlreiche Staaten der Eurozone auch den Kreditausblick für Anleihen des Euro-Rettungsfonds EFSF gesenkt.

Nach Deutschland und fast allen anderen Euro-Ländern muss nun auch der Euro-Rettungsfonds EFSF um seine Spitzenbonität bangen. Die Ratingagentur Standard & Poor's senkte am Dienstag den Ausblick auf negativ und warnte mit einer Herabsetzung des AAA-Ratings um ein oder zwei Stufen. Das wäre ein weiterer Rückschlag für die Stabilisierung der Währungsunion.

Erst am Vortag hatte S&P eine Überprüfung der Kreditwürdigkeit von Deutschland, Frankreich und 13 weiteren der 17 Eurostaaten angekündigt. Als Grund wurde die sich zuspitzende Schuldenkrise genannt.

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EFSM, EFSF oder ESM: Das bedeuten die Kürzel der Finanzkrise

Beim EFSF gab man sich am Dienstag wenig überrascht von der Warnung aus London. Wenn die AAA-Staaten, auf die sich die Topbonität des Fonds stützt, selbst herabgestuft würden, sei der Schritt nur logisch. Zudem wurde aus dem Umfeld des EFSF betont, dass S&P seine Entscheidung vom Ausgang des EU-Gipfels am Donnerstag und Freitag abhängig mache. Wenn die Staats- und Regierungschefs „ein starkes Ergebnis liefern“, drohe auch keine Herabstufung. Wegen der guten Vorarbeiten für den Gipfel gehe man nicht davon aus, dass S&P tatsächlich den Daumen senke.

Falls doch, wäre das ein weiterer Dämpfer für die Euro-Retter. Denn die Attraktivität des EFSF für Investoren würde beschädigt. Erst in der vergangenen Woche hatten die Finanzminister den Rettungsfonds mit zwei Hebeln ausgestattet, um seine Feuerkraft zu vervielfachen. Doch wegen des Misstrauens an den Märkten scheint die angepeilte Summe von einer Billionen Euro schon mit dem AAA-Rating nicht zu erreichen. Bei einer Herabstufung würde auch für den EFSF das Geldleihen teurer.

Am Dienstag übte man sich in Luxemburg dennoch in Zweckoptimismus: Schließlich sei es Italien erstmals wieder gelungen, Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit mit Zinsen unterhalb von sechs Prozent zu platzieren. „Da tut sich was“, hieß es. Die Hoffnung ruht nun darauf, dass sich der Gipfel in Brüssel zu einem Befreiungsschlag aufrafft.

dapd

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