Hornbach will sich in München breitmachen

München - Die Handelskette Hornbach setzt ihre Offensive in der hart umkämpften deutschen Heimwerkerbranche fort. "Wir werden den Markt in Deutschland nicht vernachlässigen", sagte der stellvertretende Vorstandschef des börsennotierten Unternehmens, Eduard Zimmerle, im Gespräch mit unserer Zeitung. Geplant sei, die Zahl der Filialen im Bundesgebiet von derzeit 89 weiter zu erhöhen. Im Visier steht neben Hamburg und Köln auch der Raum München.

In der einkommensstarken Region rund um Bayerns Landeshauptstadt ist Hornbach erst kurz vertreten. Ende 2005 eröffnete der erste Großmarkt in Fröttmaning, 15 Monate später folgte eine Niederlassung in Freiham. Zimmerle sieht jedoch noch Platz für weitere Filialen: "Der Markt hier gibt das her", sagt der für die Expansion verantwortliche Manager. "Mit der örtlichen Konkurrenz können wir leben."

Einen dritten Großmarkt plant der nach Obi, Praktiker und Bauhaus viertgrößte Baumarktbetreiber in Deutschland (Marktanteil: 8,1 Prozent) im Südosten von München. Seit März, als sich Pläne für eine Ansiedlung in Taufkirchen zerschlugen, wird mit zwei anderen nicht genannten Gemeinden an der Salzburger Autobahn verhandelt. Doch das reicht nicht: "Wir brauchen noch einen vierten Markt in der Gegend um München", sagt Zimmerle. Details will er nicht nennen, beim Blick auf die Karte fällt aber der Hornbach-freie Nordwesten der Stadt auf.

Bis sich Handwerker dort mit Hammer und Bohrmaschine eindecken können, wird aber noch einige Zeit verstreichen. Zimmerle geht davon aus, dass Niederlassung Nummer drei frühestens in zwei Jahren aufmacht; beim vierten Markt werde es länger dauern. "Qualität geht vor Geschwindigkeit", sagt der Vorstand. Über 20 Millionen Euro investiert das Unternehmen in eine neue Niederlassung, die bis zu 140 Jobs schafft. Da müsse sicher sein, dass sich die Märkte rechnen.

Hornbach beschränkt sich jedoch nicht nur auf eine Expansion in Deutschland, sondern geht auch im Ausland weiter in die Offensive. Geplant sind neue Märkte in allen acht europäischen Ländern, in denen das Unternehmen mit seinen 12 000 Mitarbeitern aktiv ist. Dadurch soll der Umsatzanteil der ausländischen Niederlassungen von gut 30 auf 40 Prozent steigen. Hintergrund ist der stagnierende Heimwerker-Bedarf in Deutschland, während sich die Verbraucher anderswo ausgabefreudiger zeigen. So musste Hornbach in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2007/08 einen Umsatzrückgang im Heimatmarkt verbuchen, während die Auslandstöchter aufblühten.

In Deutschland geht mit der lahmen Binnenkonjunktur der harte Verdrängungswettbewerb einher, der in den letzten Jahren zu Preisschlachten führte. "In vielen Regionen herrscht ein Übersatz an Baumärkten", sagt Zimmerle. Branchenbeobachter rechnen schon länger mit einer Bereinigungswelle. So hat die Beratung Ernst & Young vorhergesagt, dass bis 2015 in Deutschland nur noch drei Baumarkt-Betreiber übrig bleiben. Eduard Zimmerle ist sich sicher: "Wir werden dabei sein."

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