Chaos auf der Stammstrecke: Deswegen verspäten sich die S-Bahnen mehr als 40 Minuten

Chaos auf der Stammstrecke: Deswegen verspäten sich die S-Bahnen mehr als 40 Minuten
+
Mehrere Kapitalanlagefonds fordern vor der 22. Zivilkammer insgesamt rund 320 Millionen Euro Schadenersatz.

HRE-Anleger fordern 320 Millionen Euro

München - Der bislang größte Prozess um Schadenersatzforderungen gegen die Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) hat am Donnerstag vor dem Landgericht München begonnen.

Lesen Sie auch:

HRE: 200-Millionen-Euro-Prozess beginnt

Mehrere Kapitalanlagefonds forderten vor der 22. Zivilkammer insgesamt rund 320 Millionen Euro Schadenersatz, weil das Unternehmen sie in der Krise nicht richtig über die Geschäftslage informiert habe. Durch den rasanten Absturz der früher im DAX notierten Aktie sei ihnen der Schaden entstanden. Insgesamt sind derzeit mehr als 50 Klagen gegen die inzwischen verstaatlichte HRE am Landgericht München anhängig. Mit Entscheidungen ist nach Angaben des Gerichts aber frühestens im Herbst zu rechnen.

Einem Anleger hatte das Gericht bereits in einem Prozess im Juni rund 4000 Euro Schadenersatz zugesprochen, dagegen legte die HRE allerdings Revision ein. Auch in einem weiteren Verfahren vor knapp zwei Wochen sahen die Richter gewisse Erfolgschancen für die Klagen, sofern sie Aktienkäufe zwischen Ende November 2007 und Mitte Januar 2008 betreffen. In dieser Zeit hat das damalige Management nach Einschätzung der Richter möglicherweise schon von Belastungen durch die US-Finanzkrise gewusst, die Anleger aber erst am 15. Januar 2008 in einer Ad-Hoc- Meldung über Abschreibungen in Höhe von 390 Millionen Euro informiert und damit die Aktie auf Talfahrt geschickt.

Rückschlüsse auf andere Verfahren lässt das nach Angaben des Gerichts aber nicht zu. Da den Klagen unterschiedliche Sachverhalte zugrunde lägen, könne eine generelle Aussage zu den einzelnen Verfahren derzeit nicht getroffen werden. In vier Verfahren haben die Anleger ihre Klagen nach Angaben der Hypo Real Estate außerdem selbst zurückgenommen. Da der Konzern nach der Beinahe-Pleite im vergangenen Jahr inzwischen dem Staat gehört, richten sich die Klagen nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) letztlich gegen den Bund und somit auch die Steuerzahler.

Fast alle Aktionäre haben ihre Anteile an der Hypo Real Estate inzwischen zum Preis von 1,39 Euro an den Bund verkauft, die restlichen Anleger sollen aus dem Unternehmen herausgedrängt werden. Dadurch will der Bund nach Nothilfen von mehr als 100 Milliarden Euro die Sanierung der Hypo Real Estate vorantreiben.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Eurokurs bringt Dax wieder unter Druck
Frankfurt/Main (dpa) - Der wieder deutlich gestiegene Eurokurs hat am Mittwoch eine weitere Erholung im Dax durchkreuzt. Dabei war der Auslöser eine durchaus erfreuliche …
Eurokurs bringt Dax wieder unter Druck
Meg Whitman verlässt Chefposten beim Computerkonzern HPE
Palo Alto (dpa) - Die Silicon-Valley-Veteranin Meg Whitman hat ihren Rückzug von der Spitze des Computer-Konzerns Hewlett Packard Enterprise angekündigt. Der Nachfolger …
Meg Whitman verlässt Chefposten beim Computerkonzern HPE
Wirtschaftsminister laden Siemens-Vorstand zu Gespräch
Berlin (dpa) - Die Wirtschaftsminister aus Sachsen, Thüringen und Brandenburg und die Wirtschaftssenatorin aus Berlin haben den Siemens-Vorstand zu einem Gespräch über …
Wirtschaftsminister laden Siemens-Vorstand zu Gespräch
Air-Berlin-Beschäftigte fordern Übernahme
Berlin (dpa) - Mehrere hundert Beschäftigte von Air Berlin haben in Berlin eine Übernahme durch die Käufer der insolventen Airline gefordert.
Air-Berlin-Beschäftigte fordern Übernahme

Kommentare