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Die Hypo Real Estate soll hochspekulative Geschäfte getätigt haben.

HRE: Milliarden-Geschäfte nicht in der Bilanz?

München - Beim angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) sind nach einem Zeitungsbericht Geschäfte in Milliarden-Höhe getätigt worden, die nicht in der Bilanz auftauchen.

Diese seien zum Teil hochspekulativ gewesen, berichtet die “Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (Freitag). Zusammen mit der offiziellen Bilanzsumme von etwa 400 Milliarden Euro ergebe sich eine Summe von knapp einer Billion Euro, die die Bank laufend mit neuen Krediten refinanzieren müsse.

“Vor einem Jahr hätte ich mir nicht vorstellen können, dass wir es mit einer solchen Dimension zu tun bekommen könnten“, sagte der Bundestagsabgeordnete Jochen-Konrad Fromme (CDU), der dem parlamentarischen Kontrollgremium des Bankenrettungsfonds SoFFin angehört, der Zeitung. Wenn der Staat nicht umgehend in das Münchener Geldinstitut einsteige, könnten die Folgen für den internationalen Finanzmarkt schlimmer sein als beim Zusammenbruch der New Yorker Investmentbank Lehman Brothers. “Wir stecken in höllischen Verträgen“, sagte Fromme.

Bank weist Vorwürfe zurück

Die Bank wies die Vorwürfe in einer Mitteilung am Freitag zurück. Die Derivatepositionen, also die zinsbezogenen Geschäfte des Unternehmens seien falsch interpretiert worden. Wie andere Banken auch, sichere sich die Hypo Real Estate damit gegen Kredit- und Marktrisiken ab. Das Nominalvolumen dieser Geschäfte habe zuletzt zwar bei rund einer Billion Euro gelegen. Erfasst werde in der Bilanz aber nur der Marktwert. “Die Absicherung zielt auf die Vermeidung von Risiken ab, nicht auf das Eingehen zusätzlicher Risiken.“

Indessen haben die Berichte über weitere Milliardenrisiken bei der HRE für erhebliche Unruhe an der Börse gesorgt. Am Vormittag brach die Aktie, deren Wert sich seit Wochenbeginn in der Spitze fast verdoppelt hatte, zeitweise um 21,34 Prozent auf 1,29 Euro ein.

Bereits 102 Milliarden Euro an Garantien erhalten

Die HRE hat bereits 102 Milliarden Euro an Garantien und Kapital erhalten. Am Mittwoch hatte die Bundesregierung das umstrittene “Rettungsübernahmegesetz“ auf den Weg gebracht, mit dem erstmals in der bundesdeutschen Geschichte Banken notfalls auch verstaatlicht und deren Eigentümer enteignet werden können. Zunächst will sich der Bund über Kapitalmaßnahmen die Mehrheit an der HRE sichern. Allerdings steht dem noch der US-Finanzinvestor J.C. Flowers im Weg, der knapp 25 Prozent an der Bank hält.

Flowers verlangt von der Bundesregierung im Falle des Ausstiegs eine Entschädigung, die sich an dem Aktienkurs orientieren soll, der in den zwei Wochen vor dem Aufkommen der Verstaatlichungsgerüchte am 8. Januar gegolten habe. “Hier sprechen wir über knapp drei Euro pro Aktie“, sagte Christopher Flowers der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). Er hatte bei seinem Einstieg 22,50 Euro für die HRE-Aktie bezahlt. Am Donnerstagnachmittag lag der Kurs bei 1,64 Euro. (Die Berichte lagen vorab in redaktioneller Fassung vor.)

dpa

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