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Die Schadenersatzforderungen gegen die Immobilienbank Hypo Real Estate wachsen in eine neue Dimension.

Hypo Real Estate

Schadenersatzklagen erreichen neue Dimension

München - Die Schadenersatzforderungen gegen die Immobilienbank Hypo Real Estate wachsen in eine neue Dimension. Im größten Verfahren liegt das Volumen der Forderungen bei gut 900 Millionen Euro.

In dem Verfahren, das im August begonnen hatte, hatte der Anwalt Andreas Tilp für mehrere Kapitalanlagefonds gegen das Unternehmen geklagt. Sie werfen dem damaligen Management vor, zu spät auf Belastungen durch die Finanzkrise hingewiesen und ihnen dadurch hohe Kursverluste beschert zu haben.

Mehr als 50 Schadenersatzklagen

Auf den Vorschlag des Gerichts, sich durch einen Vergleich zu einigen, sei bislang keine der beiden Seiten eingegangen, sagte Ruderisch. Das Verfahren wird im Januar fortgesetzt. Insgesamt sind am Landgericht München mehr als 50 Schadenersatzklagen gegen die HRE anhängig. Im Kern geht es um die Frage, ob das damalige HRE-Management die Aktionäre früher auf die Probleme infolge der US-Finanzkrise hätte hinweisen müssen. Formell richten sich die Klagen zwar gegen die Hypo Real Estate.

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Da das Unternehmen inzwischen im Staatsbesitz ist, müsste der Bund aber zahlen, falls es tatsächlich zu einer Verurteilung käme. Im zweitgrößten Verfahren, in dem vor allem private Anleger geklagt hatten, will das Gericht vor einer Entscheidung in die Beweisaufnahme einsteigen. Insgesamt sollen im Frühjahr nächsten Jahres 13 Zeugen vernommen werden, kündigte Ruderisch an. Darunter auch der Chef der Finanzaufsicht Bafin, Jochen Sanio, sowie das frühere HRE-Vorstandsmitglied Bettina von Oesterreich.

Richter hofft auf neue Informationen

Von den Zeugenbefragungen erhoffen sich die Richter Aufschluss darüber, wann das Management von den Belastungen durch die US- Finanzkrise gewusst hat. “Die Frage ist, ob das rechtzeitig mitgeteilt worden ist“, sagte der Richter. Die Kammer legte in diesem Verfahren drei weitere Verhandlungstage im April 2010 fest.

Die HRE hatte am 15. Januar 2008 in einer Ad-Hoc-Meldung über Abschreibungen von 390 Millionen Euro informiert. Danach hatte die damals im DAX notierte Aktie innerhalb eines Tages 37 Prozent verloren und war dann nur noch 21 Euro wert. Als im Herbst die Notlage des Unternehmens bekannt wurde, stürzte sie ins Bodenlose. Inzwischen mussten die Aktionäre ihre Anteile für weniger als 1,40 Euro an den Bund verkaufen, der die HRE vor wenigen Wochen vollständig in seinen Besitz brachte. Insgesamt hatten Bund und andere Banken die HRE mit mehr als 100 Milliarden Euro unterstützt.

ap

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