Hübsche Braut HVB: Gewinne steigen vor Übernahme

- München - Die HypoVereinsbank geht angesichts steigender Gewinne selbstbewusst in die Fusion mit Unicredit. Am Freitag werden die Aktionäre der italienischen Bank über die Übernahme der HVB abstimmen.

In den ersten sechs Monaten konnte die zweitgrößte deutsche Geschäftsbank den Gewinn unter dem Strich auf 566 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Das Betriebsergebnis stieg im ersten Halbjahr im Konzern um 44 Prozent auf 960 Millionen Euro. "Trotz einer weiterhin verhaltenen Konjunkturentwicklung liegen wir mit den wesentlichen Ergebniskomponenten voll im Plan", sagte der Sprecher des Vorstands, Dieter Rampl, zu den Geschäftszahlen. Für das Gesamtjahr peilt die Bank weiter einen Gewinn von etwa einer Milliarde Euro an.

Im zweiten Quartal verlangsamte sich das Wachstum bei der HVB allerdings deutlich. Unter anderem wegen eines schwächeren Handelsergebnisses wuchs der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur noch um neun Prozent auf 230 Millionen Euro. In einem überraschend starken ersten Quartal hatte die HVB unter anderem wegen eines steigenden Handelsergebnisses noch 336 Millionen Euro verdient.

Im zweiten Quartal profitierte die HVB einmal mehr auch von der Bank Austria (BA). "Wir liegen deutlich über unseren Erwartungen", sagte BA-Vorstandschef Erich Hampel. Das Geschäftsfeld Österreich und Osteuropa steuerte mit einem Betriebsergebnis von 467 Millionen Euro knapp die Hälfte des Konzernergebnisses im ersten Halbjahr bei. Im Geschäftsfeld Deutschland ging das Betriebsergebnis von 483 auf 359 Millionen Euro zurück. Jedoch sind die Zahlen wegen der Umstrukturierung nur bedingt vergleichbar.

Das Handelsergebnis war nach einem starken ersten Quartal bei den meisten Banken unter Druck. Bei der HypoVereinsbank brach es im zweiten Quartal im Jahresvergleich um fast die Hälfte auf 101 Millionen Euro ein. Dagegen lag der Zinsüberschuss stabil bei knapp 1,5 Milliarden Euro. Der Provisionsüberschuss legte um gut 10 Prozent auf 764 Millionen Euro zu.

Die Übernahme durch Unicredit stößt laut Rampl bei den Investoren auf Zustimmung. "Wir haben rundum positive Reaktionen bekommen." Man liege voll im Zeitplan und es seien auch keine größeren Hindernisse erkennbar. Die Fusion könnte nach Ansicht von Beobachtern im Oktober unter Dach und Fach sein.

Zu einer möglichen Erhöhung des Übernahmeangebots für die freien Aktionäre der Bank Austria sagte Rampl: "Wir sind hier weiter in Verhandlungen." Die österreichische Übernahmekommission verlangt Berichten zufolge eine Erhöhung des Barangebots für die Minderheitsaktionäre der Bank Austria von 70,04 Euro auf 73 Euro.

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