Hugo Boss: Jetzt geht auch der Aufsichtsratsvorsitzende

Metzingen - Der Modekonzern verliert nach Vorstandschef Bruno Sälzer und Produktionsvorstand Werner Lackas nun auch seinen Aufsichtsratsvorsitzenden Giuseppe Vita. Wie das Unternehmen mitteilte, wird Vita sein Amt zum 30. Juni 2008 niederlegen. In Medienberichten war bereits über den Rücktritt spekuliert worden.

Demnach wolle Vita den Kurs des neuen Hugo Boss-Mehrheitsaktionärs Permira nicht länger mittragen. Umstritten ist vor allem eine Sonderausschüttung, die nach Betriebsratsangaben etwa 450 Millionen Euro umfassen soll.

Er sei zunächst von der Valentino Fashion Group und dann von Permira, den jeweiligen Mehrheitsaktionären, gebeten worden, das Amt noch in der Phase des Übergangs zum neuen Großaktionär auszuüben, erklärte Vita. Ein Nachfolger steht nach Konzernangaben noch nicht fest. Er habe seinen Schritt bereits seit einiger Zeit geplant, so Vita weiter. Die Hauptversammlung der Hugo Boss AG am 8. Mai wird Vita aber noch leiten.

In der vergangenen Woche hatte der Aufsichtsrat des vom Investor Permira übernommenen Unternehmens nach einer Sondersitzung eine kräftige Erhöhung der Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr um 22 Prozent auf 1,45 Euro (Stammaktien) und 1,46 Euro (Vorzugsaktien) bekanntgegeben. Zusätzlich ist eine Sonderausschüttung von fünf Euro vorgesehen. Die außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrats war nötig geworden, weil sich die Mitglieder des Gremiums zuvor nicht über die Dividende einigen konnten.

Medienberichten zufolge wurden die Beschlüsse mit der Doppelstimme von Aufsichtsratschef Giuseppe Vita gefällt. Dem Vernehmen nach hatten die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat geschlossen gegen die Zahlung einer derart erhöhten Dividende gestimmt. Vor dem Hintergrund des Streits um die Höhe der Dividende war bereits Mitte Februar Boss-Chef Bruno Sälzer ausgeschieden. Anfang März tauschte der Modekonzern Produktionsvorstand Werner Lackas aus.

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