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Junge Hunde richten gern mal ein Chaos an. Wenn dabei etwas zu Bruch geht, haftet der Halter. Auch sonst muss man allerlei wissen, bevor man sich ein Tier anschafft.

Rund um den Hund

Dafür muss Herrchen haften

München - Ein Hundekauf will gut überlegt sein, schließlich beginnt mit dem Vierbeiner ein neuer Lebensabschnitt. In unserem ABC klären wir die wichtigsten Dinge rund um den Hund.

Auto

Frei im Auto herumspringen, ist für einen Hund tabu, weil der Fahrer dadurch gestört werden kann, mahnt der ADAC. Zudem besteht eine massive Verletzungsgefahr für Mensch und Tier, wenn der Vierbeiner bei einer Vollbremsung oder einem Unfall durch den Innenraum geschleudert wird.

Laut Straßenverkehrsordnung muss Ladung (inklusive Tiere) entsprechend gesichert sein (StVO § 22, §23) und das gilt auch für Hunde. „Der Fußraum auf der Beifahrerseite ist hierfür kein geeigneter Sitzplatz, auch wenn er beliebt ist“, sagt Verena Mittendorf, Rechtsanwältin und Vizepräsidentin des Deutschen Anwaltvereins (DAV). Außer man stellt dort eine Transport-Box hin, in der „Bello“ sicher aufgehoben ist. Weitere Varianten sind Trenngitter, spezielle Gurte oder Sitzsysteme, die einem Kindersitz („Doggy Safe“) ähneln.

Buddeln

Manche Hunde sind wahre Wühlmäuse, buddeln wie wild tiefe Löcher – das kann ziemlich unangenehm werden. „Der Hundebesitzer haftet für die Folgen jedes Schabernacks, den sein Hund anstellt“, sagt Mittendorf. Also auch wenn „Waldi“ etwa am Strand oder im Park ein Loch buddelt und ein anderer Spaziergänger hineintritt und sich verletzt.

„Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen“, heißt es in Paragraf 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Deshalb kann eine spezielle Hundehaftpflicht-Versicherung sinnvoll sein.

Chippen

Eine Tierkennzeichnung per Mikrochip – Chippen genannt – ist mittlerweile weit verbreitet und Pflicht für Reisen ins EU-Ausland. Seit Juli 2011 müssen neu gekennzeichnete Tiere dieses elektronische Identifizierungsmerkmal unter der Haut tragen, so verlangt es die EU-Heimtierverordnung.

Deutsche Bahn

„Kleine Hunde (bis zur Größe einer Hauskatze) können im Transportbehälter unentgeltlich mitgenommen werden“, heißt es bei der Deutschen Bahn. Größere Hunde zahlen den halben Preis und müssen im Zug angeleint sein, sowie einen Maulkorb tragen – unabhängig von der Rasse. Ausgenommen von der Maulkorbpflicht sind nur Blindenführ- und Begleithunde.

Einkauf

„Hunde müssen draußen bleiben“, heißt es an den Eingangstüren der Supermärkte und vieler anderer Geschäfte. „Zu Recht“, sagt Rechtsanwältin Mittendorf. „Der Laden-Besitzer kann durch sein Hausrecht frei bestimmen, wer oder was sein Geschäft betreten darf.“ Und nicht jeder mag Hunde.

Bei Lebensmitteln habe es zudem hygienische Gründe, weshalb Hunde draußen bleiben müssen. Eine neugierige feuchte Hundeschnauze zwischen Salatköpfen und Wursttheke ist eben einfach nicht erlaubt.

Futter

Was in den Hunde-Napf kommt, ist fast schon eine Glaubensfrage. Die einen schwören auf die Rohfleischfütterung (Barfen genannt), die anderen auf Trockenfutter oder Fleischhäppchen aus der Dose. Die Preisunterschiede sind immens. Wichtig ist dabei nur eines: „Das Futter muss dem Hund guttun“, sagt Hundetrainerin Pamela Schlager aus Bad Tölz. Besonders im ersten Jahr müsse man sich herantasten und verschiedenes ausprobieren.

Die Futter-Kosten variieren je nach Größe, Geschmack und möglichen Unverträglichkeiten des Hundes. Mit durchschnittlich rund 70 Euro im Monat sollte man laut Schlager aber durchaus rechnen.

Gassi gehen

Drei Mal am Tag sollten Hunde mindestens raus. „Welpen sogar alle zwei bis drei Stunden“, sagt Schlager. Die Kleinen müssen das mit der Stubenreinheit schließlich erst lernen. Morgens und mittags reicht meist eine kleine Runde, wenn der Abendspaziergang dafür umso ausführlicher ist. „Ein Einzelhund sollte nie langer als fünf Stunden allein gelassen werden“, rät zudem der Verband des Deutschen Hundewesens (VDH). Für Berufstätige nicht immer leicht.

Ob ein Hund mit ins Büro darf, kann betriebsintern geregelt werden. „Ein Recht darauf, seinen Hund zur Arbeit mitzunehmen gibt es nicht“, sagt Rechtsanwältin Mittendorf.

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Hinterlassenschaft

Die Gemeinden regeln in ihren Satzungen, ob Hundehalter in die Pflicht genommen werden, um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu entfernen. „Mittlerweile ist das in den meisten Gemeinden üblich“, sagt Mittendorf. Oft stellen die Behörden spezielle Tütenspender an beliebten Gassi-Strecken auf. Sind diese leer, ist der Hundehalter dennoch verpflichtet, das Häufchen wegzumachen, sonst drohen Bußgelder.

Impfen

Das Thema Impfen ist ähnlich wie bei Menschen viel diskutiert. Eine Impfpflicht gibt es in Deutschland nicht, der EU-Heimtierausweis verlangt jedoch seit 2011 mindestens eine Tollwut-Impfung der Vierbeiner.

Jäger

Es ist verboten, Hunde in einem Jagdrevier unbeaufsichtigt frei laufen zu lassen, heißt es im Bayerischen Jagdgesetz (Art. 56/II/9). „Ein Jäger darf einen wildernden Hund sogar erschießen“, sagt Mittendorf. Aber nur wenn der Hund tatsächlich außer Kontrolle ist und ein Tier hetzt. Im Juristendeutsch ist dabei der „Einwirkungsbereich“ entscheidend. Läuft der Hund unangeleint nur ein paar Meter entfernt von seinem Besitzer und kann ihn dieser sofort abrufen, wenn Wild auftaucht, darf ein Jäger nicht schießen.

Von Stefanie Backs

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