Für Hunde gelten viele Extrawürste

München - Der Frühling ist da und mit ihm die Ausflugssaison. Damit einem erholsamen Tag nichts im Wege steht, sollten Hundebesitzer einiges beachten.

Eine Fahrt im Zug kann für so manchen Hundebesitzer in einer bösen Überraschung enden, wenn Herrchen oder Frauchen nicht weiß, dass der Liebling dabei einen Maulkorb tragen muss. Größere Vierbeiner brauchen außerdem ein eigenes Ticket. Das sind nur zwei von vielen Beispielen, die Hundebesitzer im Hinterkopf behalten sollten, bevor sie mit ihren Tieren zu einem Ausflug aufbrechen:

Fahrrad

Grundsätzlich ist das Fahrradfahren mit Hunden nach Angaben von ADFC-Sprecherin Bettina Cibulski erlaubt. „Wichtig ist aber, die Leine nicht am Lenker festzumachen.“ Denn falls das Tier ausbreche, könne es schnell zum Sturz kommen. „Stattdessen sollte man die Leine locker in der Hand halten.“ Außerdem rät Cibulski, die Vierbeiner nicht auf der Seite des Fahrrads laufen zu lassen, an der die Straße verläuft, damit vorbeifahrende Autos die Hunde nicht erschrecken.

Auto

„Weil Tiere als Ladung gelten, müssen sie laut Straßenverkehrsordnung beim Autofahren entsprechend gesichert werden“, betont Maximilian Maurer. „Je größer die Hunde sind, desto wichtiger sind entsprechende Maßnahmen.“ Dabei geht es dem ADAC-Sprecher nicht so sehr um mögliche Bußgelder bis zu 75 Euro oder die drohenden drei Punkte in Flensburg. „Wenn die Hunde bei einer scharfen Bremsung in hohem Bogen durch das Auto fliegen, kann das zu schwersten Verletzungen bei Mensch und Tier führen.“ Deshalb rät der Experte bei größeren Hunden zu einer speziellen Transportbox, die im Kofferraum fest installiert werden kann. „Bei kleineren Tieren reicht ein Geschirr zum Anschnallen.“ Entsprechende Gurte und Boxen gibt es im Fachhandel. Die Investition lohnt sich: „Kommt es zu einem Unfall, kann das beispielsweise strafrechtlich zu einer Teilschuld führen, wenn das Tier nicht gesichert war.“

Bahn

Kleine Hunde, die nicht größer sind als eine Hauskatze, dürfen bei der Deutschen Bahn (DB) gratis mitfahren. Allerdings müssen sie sozusagen als Handgepäck in einer Box oder Tasche transportiert werden. Für alle größeren Vierbeiner muss der halbe Normal- oder Sparpreis bezahlt werden. Was viele nicht wissen: „Die Tiere müssen an die Leine und einen Maulkorb tragen“, betont DB-Sprecherin Mariela Breddemann. Blinden- und Begleithunde sind von dieser Vorschrift ausgenommen. Bei internationalen Reisen zahlen Hundebesitzer für ihre Lieblinge grundsätzlich den Kinderfahrpreis der zweiten Klasse. „Neu ist, dass Hunde jetzt beim Bayern-Ticket und dem Schönes-Wochenende-Ticket mitfahren dürfen.“

MVV

Wie bei der Deutschen Bahn dürfen kleine Hunde in einem Korb oder Tasche beim Münchner Verkehrs- und Vertriebsverbund (MVV) ohne Aufpreis mitgenommen werden. Auch größere Hunde kosten nichts, wenn der Besitzer eine gültige Fahrkarte hat. Pro Ticket ist ein Vierbeiner erlaubt. „Für jeden weiteren Hund gilt der Fahrpreis des Kindertarifs“, erläutert Beate Brennauer von der MVV-Pressestelle. „Kampfhunde sind übrigens generell von der Beförderung ausgeschlossen.“ Einen Maulkorbzwang gibt es nicht. „Wenn die Hunde das Fahren in U-Bahnen, Bussen, in der Tram und in S-Bahnen nicht gewohnt sind, ist ein Maulkorb aber ratsam“, findet Brennauer. Beim Regionalverkehr Oberbayern (RVO) gelten laut dem Bereichsleiter Verkehr und Marketing, Nicolaj Eberlein, die gleichen Vorschriften wie beim MVV.

Badeseen

So gerne viele Vierbeiner bei steigenden Temperaturen auch ins kühle Nass springen würden – „an den meisten Seen gilt für Hunde Badeverbot und Leinenzwang“, weiß Martin Rabl von der DRK-Wasserwacht-Landesgeschäftsstelle Bayern. Zuständig sind die Kommunen, bei denen sich Hundefreunde nach Ausnahmen erkundigen können.

Gaststätten

Nach einer Wanderung in eine Gaststätte einkehren – prinzipiell könnten Wirte das Hundebesitzern verbieten. „Sie haben das Hausrecht“, erklärt Frank Ulrich John. Dem Sprecher des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes ist aber kein Betrieb bekannt, der davon Gebrauch machen würde, im Gegenteil: „Viele bieten den Hunden sogar Wasser oder Fressen an.“

Haftpflicht

Anders als in Berlin und Hamburg ist der Abschluss einer Haftpflichtversicherung für Hunde in Bayern nicht verpflichtend. „Es ist allerdings sehr sinnvoll, das trotzdem zu tun“, betont Tessy Lödermann, Vizepräsidentin des Bayerischen Tierschutzbundes. So könne es schnell passieren, dass der Hund in ein Fahrrad laufe oder jemand über die Leine des Tieres stürzt. „In so einem Fall ist der Hundehalter verantwortlich.“ Eine gute Haftpflichtversicherung für Hunde gibt es bereits ab 60 Euro im Jahr.

Von Silke Scheder

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