Vor hundert Jahren ging das Licht an

- München - Das künstliche Licht der Welt hat seit 100 Jahren einen Namen: Osram. Heute gilt die Marke mit der Glühbirne als eines der bekanntesten Warenzeichen weltweit. Die gleichnamige Siemens-Tochter mit Sitz in München zählt neben Philips zu den weltweit führenden Lichtherstellern.

Der helle Kopf hinter Osram hieß Carl Auer von Welsbach, ein österreichischer Chemiker und Unternehmer. Nachdem Thomas Edison der Glühbirne 1879 zum Durchbruch verholfen hatte, entwickelte der Wiener die Erfindung weiter und ersetzte den zerbrechlichen Kohlefaden im Innern durch einen wesentlich stabileren Metallglühdraht. Weil dieser zunächst aus Osmium bestand, nannte Auer sein Produkt zunächst "Os-Lampe".

Ein paar Jahre später kam das Metall Wolfram zum Einsatz, das die höchste Schmelztemperatur aller Metalle aufweist und Lichtausbeute und Lebensdauer der Lampen erhöhte. Nach den Materialien für den Glühwendel wählte der Tüftler den Produktnamen "Os" für Osmium und "ram" für Wolfram. Am 17. April 1906 meldete Auer die Marke Osram in Berlin an, die mit der Nummer 86 924 in die Patentbücher eingetragen wurde.

Material für die Glühfäden war anfangs schwierig zu bekommen, außerdem waren die Lampen mit einem Preis von fünf Reichsmark pro Stück recht teuer. Doch im Zuge der Elektrifizierung setzte sich das erste mit Strom betriebene Massenprodukt durch. Als Auers Unternehmen, AEG und Siemens & Halske schließlich ihre Glühlampenproduktion zusammenlegten, entstand am 1. Juli 1919 die Osram Werke GmbH Kommanditgesellschaft.

1925 kam eine innovative Autoscheinwerferlampe auf den Markt, bei der Fern- und Abblendlicht aus einer einzigen Lichtquelle stammten. Heute gehört die Lampe namens "Bilux" zu den erfolgreichsten Produkten des Unternehmens, und Osram ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Autolampen und LED-Anzeigen für Fahrzeuge. 1954 entwickelten Osram-Forscher eine Kinolampe für Effektbeleuchtung, für die sie 1983 einen Oscar gewann. 1985 positionierte sich Osram zudem als Pionier für Energiesparlampen im Privathaushalt.

Mehr als 38 000 Beschäftigte arbeiten heute in 19 Ländern für Osram, das seit knapp 30 Jahren eine reine Siemens-Tochter ist. Schon in den 20er-Jahren baute das Unternehmen seine Position weltweit aus und gründete Niederlassungen in Zürich, Wien, Oslo, Rio de Janeiro oder Schanghai. In Deutschland beschäftigt Osram rund 8700 Mitarbeiter, die entweder in Forschung und Entwicklung oder in der Produktion von High-Tech-Lampen für Autos oder Schaufenster arbeiten.

Carl Auer von Welsbach hätte sich damals wohl auch nicht träumen lassen, dass Osram heute mit einem Jahresumsatz von 4,3 Milliarden Euro und einem Ergebnis von 465 Millionen Euro einer der weltweit führenden Lichthersteller ist. Seine Entwicklung, die klassische Glühbirne, sorgt nur noch für rund drei Prozent des Umsatzes. Trotz langlebiger und energiesparender Produkte ist Auers Produkt aber aus dem Alltag der Menschen so schnell nicht wegzudenken: Weltweit werden jedes Jahr rund 15 Milliarden Glühbirnen benötigt.

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