Hungriger Puma setzt zum Sprung an

- Herzogenaurach - Puma setzt zum Sprung an. Mit dem Einstieg in neue Produktsegmente, massiver Expansion und späteren Zukäufen starte der Konzern 2006 in eine neue Ära, kündigte Firmenchef Jochen Zeitz an. Binnen fünf Jahren will er das Umsatzpotenzial auf 3,5 Milliarden Euro etwa verdoppeln.

Dafür gebe Puma mindestens eine Milliarde Euro aus. Die Aktie verlor gestern deutliche 4,61 Prozent auf 215 Euro. In Kauf nimmt Zeitz auch eine kurzfristige Abschwächung der Profitabilität. "Es gibt keinen besseren Zeitpunkt zum Start der neuen Phase als das Jahr 2006 mit der Fußball-Weltmeisterschaft als Steilvorlage", sagte er. Puma wandle sich von einer rebellischen Marke zu einer mit globalem Auftritt für breitere Zielgruppen. Die Entwicklung sei vergleichbar mit der von Apple, MTV oder Nike. Im Kernsegment Fußball soll aus dem Zweikampf zwischen Nike und Adidas ein Dreikampf werden. Erreichen will die Marke mit der Wildkatze ihre Ziele unter anderem mit dem Einstieg in weitere Sportarten wie Golf oder Motorradrennen. Regional will Puma auch durch neue Läden vor allem in den USA und asiatischen Ländern wie Japan, China oder Indien wachsen. Geplant sei zudem der Zukauf von Zweitmarken. Als Beispiel nannte der Firmenchef die 2001 erworbene US-Outdoorfirma Tretorn, die nun nach dem Vorbild von Puma ein Lifestylekonzept erhalten und ihre Produkte zu Puma-üblich hohen Preisen verkaufen soll.

Outdoor ist ein Bereich, in dem man sich nach Zukäufen umsehen werde, meinte Zeitz. "Der Puma lebt nun mal in den Bergen." Neue Zukäufe würden aber wohl erst in zwei Jahren eine größere Rolle spielen.

Nicht vernachlässigt würden bestehende Geschäfte, wobei Puma speziell bei Fußball, Lauf- und Motorsport und Sportartikeln exklusiv für Frauen angreifen wolle. Allein in bestehenden Produktsegmenten sieht Zeitz bis 2010 eine halbe Milliarde Euro zusätzliches Marktpotenzial. Die geplante regionale Expansion soll bis zu 800 Millionen Euro neue Erlöse bringen. Neue Produkte stünden für bis zu 200 Millionen Euro. Zugekaufte Marken könnten bis zu 300 Millionen Euro ins Unternehmen bringen. Dieses Jahr peilen die Franken 1,7 Milliarden Euro Markenumsatz an, was die Dimension der Wachstumspläne verdeutlicht.

Eine halbe Milliarde Euro will er in Aktienrückkäufe und eine stufenweise steigende Dividende stecken. Derzeit würden etwa sechs Prozent der Gewinne ausgeschüttet. In fünf Jahren sollen es 20 bis 25 Prozent sein.

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