Hurrikan-Schadensschätzungen treffen Versicherungen immer härter

- New York/Monte Carlo - Die Schadensschätzungen für den Hurrikan "Katrina" und die Überflutung von New Orleans haben inzwischen astronomische Höhen erreicht. Dabei zeichnen sich harte Auseinandersetzungen darüber ab, wofür die Versicherungsgesellschaften in aller Welt bei der schlimmsten US-Naturkatastrophe aufkommen müssen.

Auf Grund der Schadenssummen sehen die deutschen Versicherer Münchener Rück und Hannover Rück ihr bisheriges Jahresziel gefährdet. Die auf Risikoanalysen spezialisierte Firma Risk Management Solutions (RMS) hat ihre jüngste Gesamtschadensschätzung von 100 Milliarden Dollar auf mehr als 125 Milliarden Dollar (102 Mrd Euro) erhöht. Sie geht dabei von privat versicherten Gesamtschäden von 40 bis 60 Milliarden Dollar aus, wovon 15 bis 25 Milliarden Dollar auf die Überflutung von New Orleans entfallen dürften.

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re sieht die Belastungen durch den Hurrikan nun branchenweit bei 40 Milliarden Dollar. Auf Swiss Re entfielen versicherte Schäden in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar.

Beim weltgrößten Rückversicherer Münchener Rück wackelt nun das Jahresziel. Es stehe, sei aber nun schwieriger zu erreichen, sagte Konzernchef Nikolaus von Bomhard auf einer Branchenkonferenz am Sonntag in Monte Carlo. Zum Branchenumfeld äußerte er sich zuversichtlich. Für das Gesamtjahr strebt der Konzern nach früheren Angaben eine Eigenkapitalrendite von zwölf Prozent nach Steuern an. Das würde einem Gewinn von 2,5 Milliarden Euro entsprechen. Im Jahr zuvor hatte die Münchener Rück 1,83 Milliarden Euro verdient.

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück schließt eine weitere Senkung seiner Jahresprognose jetzt nicht mehr aus. "Aber unsere Annahme einer Schadenbelastung von 250 Millionen Euro netto vor Steuern gilt gegenwärtig weiter", sagte Konzernchef Wilhelm Zeller vor Journalisten in Monte Carlo, wo zur Zeit Vertragserneuerungsverhandlungen mit Kunden stattfinden.

Zeller fügte hinzu: "Selbst wenn sich die 250 Millionen Euro verdoppelten, würde das unseren Gewinn nicht hinwegfegen." Die Hannoveraner streben nun nicht mehr einen Überschuss von 430 bis 470 Millionen Euro an, sondern wollen den Überschuss des Vorjahres von 309 Millionen mindestens erreichen. Bereits 2004 musste sich die Hannover Rück von ihrer ursprünglichen Jahresprognose wegen einer ungewöhnlich heftigen Hurrikansaison verabschieden.

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