HVB: 6 Aufsichtsräte lehnen ab

- München - Bei der HypoVereinsbank gibt es trotz mehrheitlicher Zustimmung von Aufsichtsrat und Vorstand Widerstand gegen die Übernahme durch die italienische Unicredit. Schillerndste Figur dabei: Ex-Chef und Aufsichtsratsvorsitzender Albrecht Schmidt. Er stimmte offenbar gegen die Fusion und lehnt es ab, seine HVB-Aktien dem offiziellen Angebot entsprechend in Unicredit-Papiere zu tauschen. Trotzdem soll ihm ein Platz im Unicredit-Verwaltungsrat angeboten werden.

Die Führungsgremien der HypoVereinsbank empfahlen den Aktionären offiziell, das Umtauschangebot von fünf Unicredit-Aktien für einen HVB-Anteilsschein anzunehmen. Die 16-Milliarden-Euro-Offerte sei finanziell angemessen. Im Aufsichtsrat gab es nach Angaben aus Finanzkreisen aber sechs Gegenstimmen. Vor allem bei Arbeitnehmervertretern gibt es Ängste vor einer Zerschlagung der zweitgrößten börsennotierten Bank in Deutschland.

Nur beschränkte Bestandsgarantie für HVB

Im 20-köpfigen Aufsichtsrat gab es erneut eine lange Diskussion über den Zusammenschluss. Aus der Erklärung des Kontrollgremiums geht nun hervor, dass HVB-Aufsichtsratschef Albrecht Schmidt, der frühere Bank-Austria-Chef Gerhard Randa sowie die vier Vertreter des Deutschen Bankangestellten-Verbands für ihre persönlich gehaltenen Aktien das Umtauschangebot nicht annehmen wollen. Nach Angaben aus Finanzkreisen haben diese sechs auch gegen die Befürwortung der Übernahme gestimmt.

Fusionsgegner Schmidt hat überraschend die Möglichkeit, in den Verwaltungsrat von Unicredit einzuziehen. Schmidt sei ebenso wie Max Dietrich Kley und Volker Doppelfeld in Aussicht gestellt worden, nach erfolgter Übernahme für den Unicredit-Verwaltungsrat vorgeschlagen zu werden, heißt es in der Erklärung des HVB-Aufsichtsrats. In Finanzkreisen hieß es aber, dieser werde das Angebot nicht annehmen. Der Unicredit-Verwaltungsrat soll von HVB-Chef Dieter Rampl geführt werden, der den Zusammenschluss mit Unicredit mit eingefädelt hat.

Der Vorstand betonte in seiner Stellungnahme, man habe sich intensiv mit alternativen Strategien und Partnern beschäftigt. "Die Option einer Konsolidierung mit einem deutschen Wettbewerber hätte aus Sicht des Vorstands das Risiko eines signifikanten Stellenabbaubedarfs, spürbarerer Veränderungen für große Teile der Kunden und langwierige Fusionsprozesse bedeutet."

Schon bei der Veröffentlichung des offiziellen Übernahmeangebots durch Unicredit hatten die Italiener darauf hingewiesen, dass es nur eine beschränkte Bestandsgarantie für die HypoVereinsbank AG gibt. Auch in der Stellungnahme des Aufsichtsrats hieß es nun, Unicredit habe sich zwar grundsätzlich verpflichtet, die HVB in den nächsten Jahren als "umfassend tätige deutsche Geschäftsbank in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft mit Sitz in München" fortzuführen. Allerdings habe sich Unicredit ausdrücklich vorbehalten, die HVB in bis zu fünf getrennte rechtliche Einheiten aufzuspalten, wenn es "übergreifende Geschäftsbelange" erfordern.

Nach der Empfehlung von Aufsichtsrat und Vorstand müssen die beiden Unternehmen nun abwarten, wie viele HVB-Aktionäre ihre Aktien tauschen. Unicredit will mindestens 65 Prozent der Anteile einsammeln. Das Übernahmeangebot läuft bis zum 10. Oktober.

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