HVB: Mehr Gewinn und ein Vorstand weniger

- München - Die Woche klang für die HypoVereinsbank nur bedingt erfreulich aus: Zwar gab die Unicredit-Tochter am Freitag erneut Quartalszahlen bekannt, die belegen, dass das Institut erstaunlich gut in der Spur liegt. Doch gleichzeitig vermeldete die HVB, dass Firmenkunden-Chef Johann Berger zum Monatsende seinen Hut nehmen wird. Die Bank verliert damit im Jahr eins nach der Übernahme durch ihre italienische Mutter erneut einen profilierten Topmanager.

Der 46-jährige Berger wurde mitunter als Kandidat für den Vorstandsposten bei der HVB gehandelt.

In einer Mitteilung hieß es, Berger sehe mit der Neuordnung des Immobilien- und Firmenkundengeschäfts seine Integrationsaufgabe als erledigt an. "Für mich persönlich sind in der neuen Struktur, die ich der Gruppe empfohlen habe, die strategischen Handlungsperspektiven begrenzt", erklärte das Vorstandsmitglied, das 30 Jahre bei der HVB und deren Vorgängerinstituten aktiv war. Aus Bankenkreisen verlautete, dass sich Berger nicht der Entscheidungsgewalt der Unicredit-Chefetage in Mailand unterwerfen wolle. Aus ähnlichen Beweggründen hatten sich in den vergangenen Monaten unter anderem vier Vorstände, der Chefvolkswirt und auch der Pressesprecher verabschiedet.

HVB-Vorstandschef Wolfgang Sprißler bedauerte den Weggang Bergers. Gleichzeitig betonte die Bank, dass mit Stefan Schmittmann bereits ein Nachfolger bereitstehe, der zuletzt eng mit Berger zusammengearbeitet hat und das Segment damit gut kenne. Der 49-Jährige soll im September vom Aufsichtsrat zum Vorstand ernannt werden. Über Bergers weiteren Weg wurde nichts bekannt.

Trotz des Exodus der Führungskräfte liegt die HVB gut im Rennen, ihre ehrgeizigen Renditeziele zu erreichen. Der Betriebsgewinn verdoppelte sich im ersten Halbjahr auf 1,88 Milliarden Euro, wie die Bank mitteilte. Das gute Abschneiden ist allerdings maßgeblich auf das gute Geschäft im Investmentbanking zurückzuführen, das von einem extrem freundlichen Kapitalmarktumfeld profitierte.

Vorstandschef Sprißler erwartet deswegen nicht, dass sich die Erträge im weiteren Jahresverlauf auf diesem Niveau stabilisieren.

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