HVB: Rückkehr in Gewinnzone

- München - Nach Milliardenverlusten und der Übernahme durch die italienische UniCredit hat die HypoVereinsbank ihre schwere Krise weitgehend überwunden. Die Bank nutzte zwar 2005 als letztes Jahr der Eigenständigkeit für weitere Aufräumarbeiten. Trotz hoher Restrukturierungskosten und zusätzlicher Kreditrisikovorsorge schaffte die Bank aber im vergangenen Jahr erstmals seit 2001 wieder den Sprung in die schwarzen Zahlen.

Als Folge will die HypoVereinsbank AG erstmals seit drei Jahren wieder eine Dividende zahlen, die größtenteils an UniCredit fließt. Der operative Gewinn der HVB blieb allerdings hinter den Erwartungen von Analysten zurück.

Unter dem Strich sei im vergangenen Jahr ein Gewinn von 642 Millionen Euro erzielt worden nach einem Minus von 2,4 Milliarden Euro im Jahr zuvor, teilte die HypoVereinsbank am Mittwoch mit. Insgesamt hatte die Bank zwischen 2001 und 2004 Verluste von weit über 5 Milliarden Euro eingefahren. Der operative Gewinn stieg im vergangenen Jahr um gut ein Drittel auf 1,8 Milliarden Euro. Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Analysten hatten im Schnitt mit 2,1 Milliarden Euro gerechnet. Der HVB-Aktienkurs sank daher zwischenzeitlich leicht auf 28 Euro.

Die HVB war Ende vergangenen Jahres von der italienischen UniCredit übernommen worden. Im Zuge der Fusion wurde wie erwartet noch einmal ein Teil der Sanierungskosten in den Abschluss 2005 gepackt. Insgesamt fielen Sonderbelastungen von 693 Millionen Euro an. Darin enthalten sind insbesondere Rückstellungen für die geplanten Stellenstreichungen. Auch in diesem Jahr ist weiterer Restrukturierungsaufwand zu erwarten. Als Dividende für 2005 will die Bank 25 Cent je Aktie auszahlen. Der Löwenanteil der Ausschüttung geht an UniCredit: Die italienische Bank hält rund 94 Prozent der Anteile.

Fortschritte machte die HVB bei allen wichtigen Kennziffern. So stieg der Zinsüberschuss um 3,9 Prozent auf knapp 5,9 Milliarden Euro. Der Provisionsüberschuss legte um knapp 14 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zu. Das Handelsergebnis verbesserte sich um gut ein Viertel auf 926 Millionen Euro. Allerdings stieg auch der Verwaltungsaufwand um knapp acht Prozent auf rund 6,6 Milliarden Euro.

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