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Bis Ende 2015 sollen alle HVB-Filialen umgebaut oder geschlossen werden. Nach sechs Wochen Umbau wurde in der vergangenen Woche die Niederlassung am Harras in München eröffnet – als erster modernisierter Standort in Bayern.

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HypoVereinsbank schließt 37 Filialen im Raum München

München - Die HypoVereinsbank (HVB) schließt deutschlandweit 240 Filialen und baut hunderte Stellen ab. Jetzt steht fest: Im Raum München wird bis Ende 2015 jede dritte Niederlassung dicht gemacht.

Von Dachau bis Starnberg und von Fürstenfeldbruck bis nach Ebersberg: Knapp 100 Filialen hatte die HypoVereinsbank (HVB) Anfang des Jahre im Raum München. Ende 2015 sollen von den 98 noch 61 Niederlassungen übrig sein – 40 in der Stadt, 21 im Umland. Mehr als jede dritte Filiale wird geschlossen, die übrigen Standorte umgebaut. Das teilte die HVB gestern in München mit.

Bereits im März wurde bekannt, dass die HVB deutschlandweit fast jede zweite ihrer rund 580 Filialen schließen will. Die restlichen Niederlassungen sollten zu sogenannten „Multikanalbanken“ umgebaut werden, die dem Trend zum Online-Banking Rechnung tragen. Die HVB nannte ihre Neuausrichtung „Modernisierungs-Offensive“, die Gewerkschaft Verdi sprach von „harten Einschnitten“. Schließlich gab die Bank bekannt, 1500 Stellen streichen zu wollen. Laut Verdi trifft es Bayern dabei besonders hart: Hier sollen – wie berichtet – nach Angaben der Gewerkschaft 1200 Arbeitsplätze wegfallen. Offizielle Zahlen zum Stellenabbau in Bayern und für den Raum München (mit 1050 HVB-Mitarbeitern) im Speziellen gibt es bis heute nicht.

Fest steht bislang nur, welche Filialen geschlossen und welche ausgebaut werden. Die Pläne sehen vor, dass im Münchner Stadtgebiet bis Ende 2015 insgesamt 30 Filialen wegfallen – sieben weitere im Umland. Dabei hat die Schließungswelle bereits begonnen; in Oberbayern haben in den vergangenen Monaten dutzende Filialen ihre Türen geschlossen (wir berichteten). Im Raum München waren es bisher elf – bis Ende 2014 sollen drei weitere folgen: eine Filiale an der Leopoldstraße sowie die Niederlassungen an der Implerstraße und in Planegg (Kreis München).

Das Konzept dahinter: Während eine Filiale schließt, wird die nächstgelegene modernisiert. So etwa bei den Filialen am Harras und an der Implerstraße – nachdem der Standort am Harras umgebaut ist, wird die Filiale an der Implerstraße demnächst geschlossen. Die Kunden müssen weitere Wege in Kauf nehmen. „Bei 29 von 30 Standorten, die zusammengelegt werden, befinden sich die Filialen aber nicht weiter als drei Kilometer auseinander“, sagt Ulrich Mönius, HVB-Leiter im Regionalbereich München. Er ist für die Filialen zwischen Dachau, Starnberg, Fürstenfeldbruck und Ebersberg zuständig.

Sechs Wochen hat der Umbau der Filiale am Harras gedauert. Vergangenen Dienstag wurde die Niederlassung als erster modernisierter Standort in Bayern eröffnet. Nun empfängt die Kunden eine Art Concierge am Seviceschalter. Links zwei klassische Bankschalter, rechts ein großer Selbstbedienungsbereich. Die Zahl der Geldautomaten wurde verdoppelt. Im hinteren Teil der Filiale steht ein rotes Sofa, an der Wand hängt ein Flachbild-Fernseher – der Wartebereich. Daran schließen die Beratungsräume an, Glaskästen in denen ebenfalls Flachbildschirme an den Wänden hängen. Hier können im Beratungsgespräch künftig Experten per Video zugeschaltet werden.

Bis Ende 2015 sollen deutschlandweit alle HVB-Filialen, die nicht geschlossen werden, so aussehen. Die HVB stecke in die Modernisierung einen dreistelligen Millionenbetrag, sagt Ulrich Mönius: „Allein im Raum München kosten die Umbauarbeiten einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.“ Die Modernisierungsarbeiten sind hier bereits in drei Niederlassungen abgeschlossen: am Harras, in Vaterstetten (Kreis Ebersberg) und am Herkomerplatz. Bis Ende 2014 werden elf weiter Filialen umgebaut – im kommenden Jahr die übrigen 50.

Am Ende soll das Geschäftsmodell der HVB auf drei Säulen stehen: stationäre Filialen, Online-Banking und Online-Filialen – in denen Kunden per Telefon, E-Mail und Videoberatung betreut werden. „Die Kunden können so entscheiden, über welchen Kanal, sie wann und wo Kontakt zu uns aufnehmen“, sagt Möbius. Ob dieses Konzept beim Kunden ankommt, wird sich zeigen. „Wir rechnen damit, auch Kunden zu verlieren“, räumt Mönius ein. Bisher sei das aber nicht passiert. Im Raum München hat die HVB nach eigenen Angaben aktuell 460 000 Kunden – und damit genauso viele wie zu Jahresbeginn.

Manuela Dollinger

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