HVB-Übernahme erst am dritten Tag

- Mailand/München - Die Aktionäre der italienischen Großbank Unicredit sollen in der kommenden Woche den Weg frei machen für die Übernahme der HypoVereinsbank. Bei der außerordentlichen Hauptversammlung in Genua wird nur wenig Widerstand erwartet. Die Großaktionäre haben ihre Zustimmung bereits signalisiert. Die HypoVereinsbank will mit der Vorlage ordentlicher Quartalszahlen am Mittwoch für gute Stimmung im Vorfeld sorgen.

Finanzexperten rechnen - anders als bei so mancher Hauptversammlung der HVB in den vergangenen Jahren - mit keiner sehr turbulenten Veranstaltung. "Die Aktionärsbasis des Unicredit ist sehr stark von institutionellen Anlegern geprägt." Die Stiftung CRT gab als Hauptanteilseigner bereits offiziell bekannt, dass ihre Vertreter der Fusion zustimmen werden. Dies sei "eine wichtige Gelegenheit für das Wachstum beider beteiligten Unternehmen", sagte CRT-Präsident Andrea Comba. "Die Operation könnte sich vor allem positiv auf unser Land auswirken. Es ist eine Gelegenheit, Europa die Fähigkeit zu Vision und Weitblick zu zeigen, über die unsere Unternehmen verfügen." CRT hält knapp neun Prozent an Unicredit.

Für die Hauptversammlung wurden nach italienischem Aktienrecht von Mittwoch bis Freitag drei Termine angesetzt. Dabei muss jeweils ein bestimmtes Anwesenheitsquorum erfüllt werden. Nach italienischer Sitte wird dies an den ersten beiden Tagen wohl nicht der Fall sein, sodass die Hauptversammlung dann aller Voraussicht nach am Freitag über die Bühne gehen wird.

Bei der Vorlage der Quartalszahlen will die HypoVereinsbank zeigen, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Zwar war das zweite Quartal für die Branche schwieriger als das erste. Analysten rechnen aber im Schnitt mit einem Gewinnanstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf rund 230 Millionen Euro. Im ersten Quartal war der Gewinn unter dem Strich von 56 auf 336 Millionen Euro gestiegen.

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