HVB-Übernahme geht in heiße Phase

- Rom/München - Die milliardenschwere Übernahme der HypoVereinsbank durch die italienische Großbank UniCredit geht in die entscheidende Phase. Am Freitag veröffentlichte die UniCredit ihr offizielles Übernahmeangebot für die HVB. Die Finanzaufsicht BaFin habe grünes Licht für das Angebot gegeben, teilte das Geldinstitut aus Genua mit. Die HVB-Aktionäre hätten jetzt bis zum 10. Oktober Zeit, ihre Titel in jeweils fünf UniCredit-Aktien einzutauschen, hieß es in dem über 700 Seiten starken Prospekt.

Die Offerte bewertet die HVB mit gut 16 Milliarden Euro. Die UniCredit behält sich darin eine Aufspaltung des deutschen Geldhauses vor.

Ende Juli hatten die UniCredit-Aktionäre der bisher größten grenzüberschreitenden Bankenfusion in Europa und der dafür notwendigen Kapitalerhöhung zugestimmt. Im Rahmen dieser Kapitalerhöhung kann die italienische Bank bis zu rund fünf Milliarden neue Aktien ausgeben. Die neuen Anteilsscheine mit einem Nennbetrag von 0,50 Euro seien von 2005 an dividendenberechtigt, wobei die Dividende erstmals im Jahr 2006 zahlbar sei, hieß es in dem Prospekt weiter. Die Mindest-Annahmeschwelle wurde auf 65 Prozent des HVB-Aktienkapital angesetzt. An den Börsen notierten die HVB-Aktien am Nachmittag zeitweise um 0,4 Prozent im Plus bei 22,87 Euro.

Das Angebot an die Halter ausstehender Aktien der HVB-Tochter Bank Austria läuft vom 29. August bis zum 17. Oktober mit einer Nachfrist von zehn Börsentagen. Die Bank bietet den Aktionären der Bank Austria, in der auch das Geschäft in Zentral- und Osteuropa gebündelt ist, entweder 19,92 eigene Aktien je BA-CA-Anteilsschein oder 79,60 Euro in bar. Das Gebot für beide Offerten hob UniCredit damit wie erwartet nicht an. Die österreichische Bank wollen die Italiener auch nach dem Übernahmeangebot an der Börse lassen. Es sei auch dann keine Zwangsabfindung der verbleibenden Minderheitsaktionäre geplant, wenn die Bank nach Ablauf der Frist mehr als 90 Prozent der Anteile an der größten österreichischen Bank halte, hieß es. Zudem erklärte UniCredit, die Hauptofferte für die HVB werde über den 10. Oktober hinaus eine weitere Annahmefrist haben. Diese beginne voraussichtlich am 15. Oktober und ende am 28. Oktober.

Den Fortbestand der HVB knüpfte die UniCredit an bestimmte Auflagen. Es sei vereinbart worden, dass die HVB als voll operative Geschäftsbank in der Rechtsform einer AG erhalten bleibe, "es sei denn, dass die UniCredit S.p.A. feststellt, dass es übergeordnete Geschäftsbelange der gemeinsamen Gruppe erfordern, eine Reorganisation der bestehenden Geschäftsaktivitäten der HypoVereinsbank in bis zu fünf rechtlich selbstständige Einheiten, jeweils in Form einer Aktiengesellschaft, durchzuführen", hieß es. Die HVB solle an der Börse notiert bleiben, solange UniCredit weniger als 95 Prozent des Grundkapitals halte.

Die beiden Banken streben eine führende Position vor allem in Italien, Österreich, Süddeutschland und Osteuropa an. In diesem Zusammenhang gilt besonders die Bank Austria, bei der das Osteuropageschäft der HypoVereinsbank-Gruppe gebündelt ist, als hoch attraktiv. UniCredit-Chef Alessandro Profumo hatte schon vor Wochen mit Blick auf das Osteuropa-Geschäft der zweitgrößten börsennotierten Bank in Deutschland erklärt: "Strategisch gesehen ist das ein Traum für jedes Unternehmen." Auch die österreichische Übernahmekommission habe das öffentliche Angebot zum Erwerb aller Aktien der Bank Austria genehmigt, teilte UniCredit mit.

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