HVB-Übernahme genehmigt

- Mailand - Nach grünem Licht von der EU-Kommission für die milliardenschwere Übernahme der HypoVereinsbank will sich die italienische Großbank UniCredit in Deutschland bis 2008 eine Spitzenposition erobern. "Wir wollen die beste Bank in Deutschland werden", kündigte UniCredit-Chef Alessandro Profumo in der "BörsenZeitung" (Mittwoch) an.

Er messe diese Zielsetzung an Kundenzufriedenheit sowie an Profitabilität und Aufwand-ErtragRelation. Die EU-Kommission hatte die Übernahme am Vortag genehmigt und damit den Weg frei gemacht für die bisher größte grenzüberschreitende Bankenfusion in Europa.

Profumo setzt in Deutschland auf eine organische Expansion: "Das Gefecht um Marktanteile ist das einzige Gefecht, in das wir uns hineinbegeben sollten." Externes Wachstum sei derzeit nicht geplant. Als größte Herausforderung sieht der UniCredit-Chef, gleichzeitig die Erträge zu steigern und die Kostenstruktur zu optimieren. "Wir dürfen nicht nur an einem der beiden Faktoren ansetzen, wir müssen zeitgleich beiden Seiten gerecht werden." Über den Verkauf des Depotbank-Geschäftes hinaus gebe es auf Gruppenebene keine weiteren Verkaufspläne für HVB-Einheiten.

Die Übernahmeofferte an die HVB-Aktionäre läuft noch bis zum 24. Oktober. Bis Dienstagabend lag die Annahmequote bei 49,3 Prozent des Grundkapitals. Hinzu kommen rund 22 Prozent der Münchener Rück und zweier Stiftungen, die eine Annahme des Umtauschangebotes bereits zugesagt hatten. Die erforderliche Quote von mindestens 65 Prozent wäre damit bereits deutlich überschritten.

Nach Auffassung der EU-Kommission ist das Zusammengehen der beiden Banken "wettbewerbsrechtlich unbedenklich". "Wir haben das Fusionsvorhaben in Ländern wie Polen, in denen beide Parteien über bedeutende Aktivitäten verfügen, sorgfältig geprüft", erklärte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. "Ich bin zuversichtlich, dass der Wettbewerb auf diesen nach wie vor nationalen Märkten nicht abnehmen wird und die Verbraucher in diesen Ländern keine Nachteile zu befürchten haben." Die Freigabe des Zusammenschlusses werde "den Weg ebnen für einen echten europäischen Bankenmarkt und so zur Errichtung eines Binnenmarkts für das Privat- und Firmenkundengeschäft beitragen".

Durch den Zusammenschluss entsteht die nach Börsenwert neuntgrößte Bank Europas. Gemeinsam kommen HypoVereinsbank und UniCredit auf eine Bilanzsumme von 730 Milliarden Euro und 126 000 Beschäftigte.

In der Mitteilung der EU-Kommission heißt es, in einigen Staaten wie Polen, Tschechien und der Slowakei überschnitten sich die Aktivitäten der beiden Banken "doch ganz erheblich". Die Prüfung des Vorhabens "auf allen relevanten Bank- und Finanzdienstleistungsmärkten" habe jedoch ergeben, dass das Zusammengehen der beiden Finanzinstitute "wettbewerbsrechtlich unbedenklich ist und dass auf den nationalen Märkten nach wie vor starke Wettbewerber vorhanden sind".

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