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HVB-Übernahme: Das gilt für Aktionäre

- München - Nachdem die italienische Großbank Unicredit und die HypoVereinsbank ihre Fusion in Brüssel angemeldet haben, prüft die EU-Wettbewerbsbehörde die Pläne. Eine erste Entscheidung wird für den 18. Oktober erwartet. Für HVB-Aktionäre ist der wichtigste Stichtag schon früher: Bis 10. Oktober müssen sie entscheiden, ob sie das Umtausch-Angebot von Unicredit annehmen.

Das Angebot

Wer Anteilsscheine der HypoVereinsbank besitzt, kann diese im Verhältnis 1:5 an Unicredit abgeben. Das heißt: Für eine HVB-Aktie gibt es fünf Unicredit-Papiere. Aktionäre haben dazu von ihrer Depotbank eine Annahmeerklärung erhalten, die sie ausfüllen und an ihre Bank senden können.

Allerdings hat die Unicredit das Angebot an mehrere Bedingungen geknüpft - unter anderem eine Mindestannahmequote von 65 Prozent. Sollte diese nicht erfüllt sein, könnte Unicredit von dem Angebot zurücktreten. Dies gilt aber als unwahrscheinlich. Mehrere institutionelle Anleger - etwa die Münchener Rück - haben bereits ihre Bereitschaft zum Aktientausch angekündigt.

Erhält Unicredit mindestens 65 Prozent der Aktien, tritt die "weitere Annahmefrist" in Kraft. Diese läuft von 15. bis 28. Oktober und gibt Nachzüglern eine Chance.

Der Umtausch

Das Angebot anzunehmen hat Sinn, wenn man Aktien des italienischen Instituts haben möchte, weil man etwa an eine positive Entwicklung glaubt. Beim Umtausch fallen - anders als beim Verkauf über die Börse - keine Bankgebühren an. Aber: "Der Tausch gilt steuerrechtlich wie ein Verkauf", erklärt Michael Reitsam von der SSW Steuerberatung in München. Wer die HVB-Aktien noch kein Jahr im Depot hat, ist also grundsätzlich spekulationssteuer-pflichtig. Als Verkaufserlös gelte der Börsenkurs der Unicredit-Aktien zu dem Zeitpunkt, zu dem das Angebot bindend angenommen wird. Außerdem beginnt die einjährige Spekulationsfrist für die Unicredit-Aktien neu. Wer diese vor Ablauf eines Jahres verkauft, muss einen möglichen Kursgewinn versteuern.

Die Alternativen

Prominentester Umtausch-Verweigerer ist HVB-Aufsichtsratschef Albrecht Schmidt. Solche Aktionäre können ihre HVB-Papiere auf dem üblichen Weg an der Börse verkaufen oder behalten. Der HVB-Kurs bildet seit Bekanntwerden des Angebots nahezu exakt den fünffachen Wert des Unicredit-Kurses ab. Gestern notierte die Unicredit im Tagesverlauf bei 4,70 Euro, die HVB bei 23,40 Euro.

"Wenn ich das Geld nicht unbedingt brauche und zur Spekulation bereit bin, kann ich aber auch abwarten. Denn meist gilt bei Übernahmen: Die letzten Aktien sind die teuersten", erklärt ein Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Anleger könnten also auf einen Nachschlag von Unicredit spekulieren.

Wie es weitergeht

Will Unicredit die HVB komplett übernehmen, kann sie unter Umständen die bisherigen Aktionäre nach deutschem Recht herausdrängen. Sobald das Institut mindestens 75 Prozent der HVB-Anteile besitzt, kann es einen Beherrschungsvertrag schließen, der zum Beispiel eine Abführung der Gewinne vorsieht. Da dies die anderen Aktionäre benachteiligt, müsste ihnen ein weiteres Abfindungsangebot gemacht werden. Wer dies ablehnt, erhält das Recht auf eine Mindestdividende.

Besitzt Unicredit mindestens 95 Prozent der HVB-Aktien, kann sie ein so genanntes Squeeze-Out durchführen. Dabei werden die anderen Aktionäre herausgedrängt. Auch gegen deren Willen können die HVB-Aktien aus ihrem Depot ausgebucht werden. Sie erhalten als Ersatz eine Barabfindung. Sollte diese unangemessen niedrig sein, könnte es zu einem Spruchverfahren bei Gericht kommen, bei dem die Abfindung erhöht werden kann. Das Herausdrängen der Aktionäre an sich ist damit aber nicht zu verhindern.

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