Bald Entscheidung über BayernLB-Milliarden

München - Die Hypo Group Alpe Adria schuldet der BayernLB noch zwei Milliarden Euro. Doch in Österreich gibt es Zweifel, ob das Geld zurückgezahlt werden muss. Die Entscheidung rückt näher.

Die Hypo Group Alpe Adria (HGAA) will in den nächsten zwei bis drei Wochen entscheiden, ob sie zwei Milliarden Euro an die Bayerische Landesbank zurückzahlen wird. Das sagte ein Sprecher der HGAA gestern unserer Zeitung und dementierte damit einen Bericht des österreichischen „Standard“, wonach eine Entscheidung schon diese Woche fallen soll.

Die Bank lässt derzeit durch Gutachter prüfen, ob die von der damaligen Konzernmutter BayernLB gewährten Kredite nicht zurückgezahlt werden müssen, weil es sich um verdecktes Eigenkapital gehandelt haben könnte. Laut „Standard“ liegen diese Gutachten bereits vor und kommen zu dem Schluss, dass das Geld nicht zurückgezahlt werden muss. „Es gibt keine vorliegenden vollständigen Gutachten“, sagte der HGAA-Sprecher.

Derzeit rechnet man bei der Landesbank noch mit der Rückzahlung und stützt sich darauf, dass alle bisherigen Zinszahlungen pünktlich erfolgten. Längst sind die Kredite aber zu einem Politikum zwischen Österreich und Bayern geworden. Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) reiste extra nach Wien, um vorsorglich auf die Rückzahlung zu pochen. Hinter vorgehaltener Hand rechnet man auch in Bayern damit, dass das Geld wohl zunächst nicht zurückfließen wird.

Philipp Vetter

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