Hypo Real Estate dämpft Prognose

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München (dpa) - Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate ist wegen der Belastungen durch die Finanzkrise von seiner Gewinnprognose abgerückt. "Die Märkte sind unberechenbar geworden", sagte Konzernchef Georg Funke am Donnerstag in München.

Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Planung für 2008 nicht ganz erreicht werde. Auch weitere Abschreibungen seien möglich. Bislang hatte der im Deutschen Aktienindex DAX notierte Konzern einen Vorsteuergewinn von 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Diese Prognose habe aber unter dem Vorbehalt gestanden, dass keine unvorhergesehenen negativen Ereignisse von wesentlicher Tragweite für den Konzern eintreten.

"Tatsache ist, dass die Kapital- und Finanzmärkte in den vergangenen Wochen für unsere Branche noch mal schwieriger geworden sind", sagte Funke. Eine konkrete Prognose sei daher nicht möglich. Auch Konkurrent Eurohypo hatte in der vergangenen Woche keine Prognose gewagt, die Deutsche Bank hatte ihr Gewinnziel am Mittwoch in Frage gestellt.

Funke sagte, nach den im Januar angekündigten Abschreibungen seien weitere Belastungen aus der Finanzkrise möglich. Damals hatte die Hypo Real Estate völlig überraschend Abschreibungen auf US-Papiere von 390 Millionen Euro eingeräumt und ihre Aktie damit auf Talfahrt geschickt.

Innerhalb eines Tages brach sie um - für einen DAX-Wert spektakuläre - 37 Prozent auf 21 Euro ein und verlor danach weiter an Wert. "Ich gestehe, dass wir von der Heftigkeit der Marktreaktion überrascht waren und bis heute überrascht sind", sagte Funke.

Er bedauere, dass die Aktionäre Wertverluste erleiden mussten. Die Klagen einiger Aktionäre wegen des Kursverlusts hätten aus Sicht des Konzerns aber keine Substanz. Die Überprüfung der Finanzaufsicht BaFin wegen möglicher Verstöße gegen die Ad-hoc-Pflicht dauere noch an.

Für 2007 müssen sich die Aktionäre zudem mit einer um einen Euro auf 50 Cent verringerten Dividende abfinden. Am Donnerstag legte die Aktie zeitweise um mehr als 15 Prozent auf 17,13 Euro zu, von ihrem Wert von mehr als 50 Euro im vergangenen Jahr bleibt sie aber weit entfernt. Händler begründeten das Plus damit, dass die Hiobsbotschaften nun alle raus seien.

Funke kündigte an, alles zu tun, um das Vertrauen der Aktionäre zu rechtfertigen. Kritik an der Kommunikationspolitik der Bank wies er aber zurück. "Wir sind unverändert der Überzeugung, den Markt zu jedem Zeitpunkt im Einklang mit den Kapitalmarktregeln und nach bestem Wissen informiert zu haben. Aber hinterher ist man immer klüger."

Im vergangenen Jahr hatte die ehemalige HypoVereinsbank-Tochter für mehr als fünf Milliarden Euro den Staatsfinanzierer DEPFA übernommen, um ihre Rolle als Finanzierer von großen Projekten wie Bürogebäuden, Flughäfen, Brücken oder Kliniken weiter auszubauen. Die Integration sei zügiger verlaufen als geplant, sagte Funke.

Unter anderem durch die Kosten für die Eingliederung brach der Gewinn vor Steuern im vergangenen Jahr auf vergleichbarer Basis nach endgültigen Zahlen um 18,5 Prozent auf 862 Millionen Euro ein. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 457 Millionen Euro, nach 542 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Bei dieser Kennzahl wurde die DEPFA aber erst ab dem Zeitpunkt der Übernahme Anfang Oktober berücksichtigt.

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